Erstellt am 13. November 2015, 14:03

von Claudia Wagner

"Offen gesagt": Neubau als Ärgerquelle. Die Sprechstunde in der La Strada bildete den Abschluss der "Bürgermeister im Ort"-Runde. Besucher knauserten nicht mit Fragen. Waldgasse 12 stand im Mittelpunkt.

Ortsvorsteher Johann Bauer, Baudirektor Manfred Fitzthum, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, Stadtamtsdirektor Michael Duscher und Gemeinderat Christoph Stich beantworteten die Fragen der Maria Gugginger.  |  NOEN, Wagner

Als „wichtigsten Herrn des heutigen Abends“ begrüßte Ortsvorsteher Johann Bauer seinen Gast, Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. „Aber nur weil der Pfarrer nicht da ist“, kontert der Stadtchef schmunzelnd. Mit Schmäh’ und Witz startete die „Offen gesagt“-Runde in der La Strada – die Diskussion war deswegen aber nicht weniger scharf.

Neben der Bezirksauflösung, dem IST-Zubau und dem Verkehr animierte vor allem das Thema Bau die Maria Gugginger. Und bei der Nummer-eins-Ärger-Quelle der Kierlingtaler stand vor allem eine Adresse im Mittelpunkt: die Waldgasse 12. Dort sollen auf einem rund 5.000 Quadratmeter großen Areal in Hanglage durch Grundstücksteilungen acht neue Wohneinheiten geschaffen werden.

„Bauträger hinterlässt uns die Scherben“

„Wie kann das sein?“, fragt sich ein Anrainer. Dass dort gebaut wird, stört ihn nicht, sondern nur die Art und Weise, wie das passiert: „Der Bauträger versucht mit allen Tricks, den maximalen Gewinn zu erzielen. Er macht Geld, verschwindet wieder und hinterlässt uns die Scherben.“

Baudirektor Manfred Fitzthum reagiert auf die Unmuts-Bekundung: „Gerade in den Randbereichen hat die Stadtgemeinde die Baudichte massiv reduziert.“ Die Bauträger finden aber dennoch einen Weg, wie sie das Maximale herausholen können – die Stadt werde da immer hinterherlaufen, denn „wir können nicht gegen das Gesetz agieren“, gibt Fitzthum zu bedenken.

Die Waldgasse führt bei „Offen gesagt“ direkt in die Glockengasse – um die geht’s nämlich beim nächsten Ruf aus dem Publikum: „Wir haben seit ein paar Jahren eine 30er-Zone. Die Geschwindigkeit wird aber nicht eingehalten – es geht zu wie auf der Autobahn!“

„Wir haben eine 30er-Zone. Die Geschwindigkeit wird aber nicht eingehalten – es geht zu wie auf der Autobahn!“ Anrainer der Glockengasse

Schmuckenschlager wendet ein: „Das ist ein Gebiet, wo hauptsächlich Leute fahren, die auch dort wohnen.“ Wenn jemand also zu schnell unterwegs sei, dann wahrscheinlich die Anrainer selbst. Schmuckenschlager verspricht aber, sich der Sache anzunehmen.

Nach etwa zweieinhalb Stunden neigt sich die Diskussionsrunde dem Ende zu – allzu lange müssen die Maria Gugginger aber nicht auf die nächste Chance warten. Denn schon in sechs Monaten steht der Bürgermeister in der La Strada wieder Rede und Antwort, wieder gewohnt zum Frühjahrs-Termin.