Erstellt am 10. August 2016, 05:20

von Christoph Hornstein

Parkpickerl: Gefahr für Klosterneuburg. Wenn in Döbling das Parkpickerl kommt, ist ein Verkehrschaos vorprogrammiert. Ob es kommt und wann, weiß aber noch niemand.

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Zuerst ein striktes Nein, dann ein vages Ja, und jetzt will sich Döblings Bezirksvorsteher Adi Tiller die Meinung der Döblinger Bevölkerung anhören, bevor es eine Entscheidung gibt. Es geht um das Parkpickerl für Döbling, das auch für Klosterneuburg Auswirkungen haben wird.

Während sich die Grüne Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) entschieden hat, in Währing ab 5. September das Parkpickerl einzuführen, lässt der Döblinger Bezirksvorsteher Adi Tiller (ÖVP) seine Entscheidung noch offen.

„Es wird im Verkehrsbudget mehr Geld geben müssen.“

Stefan Hehberger, PUK-Gemeinderat

„Heuer kommt es in Döbling sicher nicht“, sagt er im NÖN-Gespräch. Er plant aber, mit Anfang des nächsten Jahres eine Bürgerbefragung zu diesem Thema abzuhalten. „Nach dem Ergebnis werden wir uns richten“, verspricht Tiller die Angelegenheit nach demokratischen Richtlinien zu behandeln.

Das Parkpickerl von Währing wird aber auch schon Randteile von Döbling betreffen. Tiller: „Es sind großzügige Überlappungszonen mit Währing geplant.“

Bürgerbefragung in Döbling

Ob die Döblinger ein Park- pickerl für ihren Bezirk wollen, dazu traut sich der Bezirksvorsteher keine Prognosen abzugeben: „Früher waren viele Döblinger dagegen. Jetzt dürfte es so sein, dass sich die Gegner und Befürworter die Waage halten.“

PUK befürchtet Park- und Verkehrs-Chaos

Wie die geplante Ausweitung der Parkpickerln Klosterneuburg betrifft, weiß PUK-Gemeinderat Stefan Hehberger. „Wir werden, ob wir wollen oder nicht, mehr Geld für die Attraktivierung der öffentlichen Verkehrsmittel in die Hand nehmen müssen“, befürchtet der Gemeinderat, der da mit dem Verkehrsstadtrat auf einer Linie liegt.

Vor Kurzem ging auch ein Treffen mit Bezirksvorsteher Tiller über die Bühne. „Dort haben wir unsere Anliegen vorgebracht“, so Hehberger. Durch ein Döblinger Parkpickerl fallen die Park-Hotspots Heiligenstadt und Nussdorf faktisch weg. Dort kann man, kommt das Park-
pickerl, als Klosterneuburger dann nicht mehr sein Auto abstellen und mit den Öffis weiter fahren. Ein Chaos würde dann ausbrechen. „Tiller hat sich da schon etwas überlegt. Es sollen Ausweichplätze als Park & Ride-Flächen geschaffen werden, beispielsweise der Rekrutenparkplatz bei der Marinekaserne. Fix ist da aber noch nichts.“

Gemeinderat Hehberger ist aber davon überzeugt, dass vor allem die Klosterneuburger Stadtregierung etwas tun muss. Die wichtigste Maßnahme, um ein Verkehrs- und Park-Chaos zu verhindern, sind Park&Ride Plätze. „Da wird jetzt schon einiges getan, wie die Erweiterung des P&R-Platzes in Kritzendorf, oder am Bahnhof Weidling.“

15-Minuten-Takt notwendig

Eine zusätzliche Forderung der PUK und des Verkehrsstadtrates ist die Umstellung der Bahn auf einen 15-Minuten-Takt. „Im Zuge des Ausbaus der P&R-Plätze ist der 15-Minuten-Takt ein wesentlicher Bestandteil, die öffentlichen Verkehrsmittel so attraktiv zu gestalten, dass viele auf das Auto verzichten. Die Verbesserung des Busnetzes alleine hilft da nicht, denn der Bus steht dann auf der Wienerstraße auch im Stau“, ist Hehberger überzeugt. Und abschließend: „Es wird im Verkehrsbudget mehr Geld geben müssen, um das Angebot der Öffis zu erweitern.“