Erstellt am 20. April 2016, 09:55

von Christoph Hornstein

PUK: „Ufer verdrecken“. Müllbeseitigung mit der PUK: „Bürger werden aktiv, weil die öffentliche Infrastruktur hinterherhinkt. „Leugnen und Ignorieren macht das Problem nicht besser.“

Die PUKler Stefan Hehberger, Teresa Arrieta und eine Bürgerin nach vollbrachter Arbeit mit vier Müllsäcken.  |  NOEN, privat

Auf Initiative von Gemeinderat Stefan Hehberger, Plattform Unser Klosterneuburg (PUK), gab es vergangenes Wochenende eine groß angelegte Flurreinigung im Bereich zwischen ÖAMTC, Pionierinsel bis hin zu Stadtgrenze.

Vier von der PUK organisierte Teams befreiten das Donauufer und die große Wiese hinter dem ÖAMTC von überbordendem Müll: Vier große Säcke wurden zusammengetragen. Auch die Grünen wurden auf Ersuchen von Hehberger vom Essl-Museum stadtauswärts aktiv.

Zu der Reinigungsaktion kam es, weil Hehberger bereits im Jänner auf seinem täglichen Radweg nach Wien vor allem im Bereich vor der Wiener Stadtgrenze zunehmende Verschmutzungen aufgefallen waren. „Auf mein Nachfragen haben die Verantwortlichen seitens der Stadtgemeinde das Problem jedoch heruntergespielt.“

Gemeinderat wird zum Müllsammler

Hehberger wurde selbst aktiv und sammelte den ganzen Februar und März über an den Wochenenden zu früher Morgenstunde Müll entlang des Radweges ein. „Ein besonderer Hotspot befindet sich neben dem Ruderverein Normannen, wo ein Entsorgungsbetrieb regelmäßig Schutt und Müll bearbeitet“, so der besorgte Gemeinderat. Auch eine Fläche des Stiftes soll dort zur Lagerung von Müllcontainern verwendet werden.

Die Muldenfirma ging jedoch in Konkurs. „Seit mehreren Wochen verwaisen nun die Lkw auf dem Platz neben der Lebensmittelversuchsanstalt, der aufgeladene Müll wird vom Wind verblasen, und niemand kümmert sich darum“, so Hehberger.

Er fordert mehr Problembewusstsein von Seiten der Bezirkshauptmannschaft und der Gemeinde, aber auch von Seiten der Bürger: „Unsere Donauufer verdrecken leider zusehends, und das Aufsammeln wird zivilgesellschaftlichen Initiativen wie den Schulen, den Pfadfindern oder engagierten politischen Gruppen überlassen“, moniert Hehberger. Die Behörde müsse hier wöchentliche Reinigungen organisieren: „Leugnen und Ignorieren macht das Problem nicht besser. Die Kunststoffabfälle verbleiben im Gras oder werden in die Donau gespült. Gegen diese Umweltbelastung muss dringend etwas unternommen werden.“

Gemeinde: „Firmen wurden kontaktiert“

„Es stimmt, dass dort sehr viel Dreck liegt“, bestätigt der zuständige Stadtrat Karl Schmid (SPÖ) die Klagen Hehbergers. Schmid lobt die Sammelarbeit der PUK, betont aber auch, dass alle Parteien und viele Private sich an den Müllsammelaktionen beteiligen. Das Problem wurde im Ausschuss besprochen. „Es handelt sich dabei aber leider um Gründe, die nicht öffentlich sind, daher kann die Stadtgemeinde schwer eine Räumaktion auf fremdem Grund machen“, so Schmid.

Alle Firmen wurden aber von der Stadtgemeinde Klosterneuburg kontaktiert, und es soll versprochen worden sein, die Grundstücke zu säubern. „Ob das jetzt wirklich gemacht wird, kann ich natürlich nicht sagen“, so SP-Stadtrat Karl Schmid abschließend.

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