Erstellt am 23. März 2016, 16:34

von Christoph Hornstein

PUK-Veto: "Verrat am Bürger" ?. Gärtnerei-Grundstück wurde in Bauland umgewidmet. PUK: "ÖVP hat kein Interesse für Diskussion über die Verbauung der Stadt."

Die Stadtgärtnerei übersiedelt in das »Pionierviertel«. Damit wird dieses sicher sehr begehrte Wohnareal mit über 4.000 Quadratmeter frei. Die PUK ist gegen weitere Verbauung der Stadt  |  NOEN, Hornstein

Mit der Absiedelung der Stadtgärtnerei in den neuen Stadtteil „Pionierviertel“ wird ein wunderbares Grundstück, mit freier Sicht auf das Stift, neben dem Oberen Stadtfriedhof frei. Ein ideales Wohngrundstück im Eigentum der Stadtgemeinde in der Größe von über 4.000 Quadratmetern. Das soll auch von der Stadtgemeinde im Baurecht vergeben werden, als Teil der Finanzierung für den neuen Stadtteil.

In der letzten Gemeinderatssitzung am 4. März wurde die Umwidmung von Grünland/Gärtnerei auf Bauland/Wohngebiet beschlossen. Gegen diesen Plan hat die „Plattform Unser Klosterneuburg“ (PUK) entschieden etwas. „Bürger fordern einen Stopp der exzessiven Verbauung in sensiblen Randlagen von Klosterneuburg“, so PUK-Sprecherin Teresa Arietta. Trotzdem stimmte die Stadtregierung der neuerlichen Baulandumwidmung zu. PUK: „Das wird wohl die nächste größere Betonhochburg von Klosterneuburg werden.“

ÖVP-Politik im Interesse der Spekulanten?

Der Hauptkritikpunkt der PUK ist, dass die Bürger nicht vollständig und umfassend informiert würden und die ÖVP gar kein Interesse für eine breite Zukunftsdiskussion über die Verbauung von Klosterneuburg zeige.

Im Rahmen des von der PUK erzwungenen Sonderplanungsausschusses Ende Jänner hatte PUK-Gemeinderat Stefan Hehberger Möglichkeiten aufgezeigt, wie mithilfe der Reduzierung der verbauten Flächen oder eines Hinaufsetzens der Mindestbauplatzgröße die „weitere Zubetonierung in grünen Randlagen eingedämmt hätte werden können“, so Hehberger. Aber die ÖVP schütze vor allem die Interessen von Großflächenbesitzern und Immobilienspekulanten. „Der Euro muss rollen und die Show muss weiterlaufen“, ärgert sich Gemeinderat Hehberger. „Vorsprechen dürfen die Bürger zwar, Petitionen dürfen sie auch abgeben, aber Konsequenzen gibt es keine. Stattdessen wird weiter fleißig in Bauland umgewidmet, wie das Beispiel rund um den Klosterneuburger Friedhof zeigt.“

Von einem Bauklotz sei keine Rede, versicherte Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Dem wirke man entgegen, indem geplant sei, das Grundstück in 500 Quadratmeter große Parzellen zu teilen und einzeln im Baurecht zu vergeben. Außerdem seien Einfamilienhäuser geplant.

Von einer Erhöhung der Mindestbauplatzgröße von derzeit 500 Quadratmetern, so wie die PUK das will, hält Baustadtrat Roland Honeder (ÖVP) nichts: „Hat eine Familie ein Grundstück von 1.000 Quadratmetern, kann sie es nicht mehr teilen und an die Kinder weitergeben. Das kommt ja einer Enteignung gleich.“

Desgleichen würden die Grundstücke mit einem Schlag noch teurer werden. Dem könne man keinen Vorschub leisten.