Klosterneuburg

Erstellt am 11. Juli 2016, 13:31

von NÖN Redaktion

Essl: Rückblick auf 17 Museumsjahre in Klosterneuburg. Karlheinz Essl: All die wunderbaren Momente werden bleiben und lange nachhallen.

Bei der letzten Vernissage im Museum: Das Sammlerehepaar Anges und Karlheinz Essl. APA/Herbert Pfarrhofer  |  NOEN, APA/Herbert Pfarrhofer

Das Essl Museum hat, wie berichtet, seinen Ausstellungsbetrieb per 1. Juli eingestellt. Die NÖN bringt auszugsweise die beim letzten Fest gehaltene Abschiedsrede von Sammler und Museumsgründer Karlheinz Essl.

„Meine Frau und ich haben das Essl Museum 1999 eröffnet. In den vergangenen 17 Jahren war es uns vergönnt, österreichische und internationale zeitgenössische Kunst für hunderttausende Menschen sichtbar und zugänglich zu machen.

„All dies hat Spuren in der Kunstwelt hinterlassen.“

Karlheinz Essl, Sammler und Museumsgründer

In fast 200 Ausstellungen zeigten wir Personalen bedeutender österreichischer und internationaler Künstler und Künstlerinnen, Themen- und Gruppenausstellungen und präsentierten, oft zum ersten Mal in Österreich, wesentliche Strömungen und Positionen zeitgenössischer Kunst. (...)

Begleitet wurden die zahlreichen Ausstellungen von einem umfangreichen Kunstvermittlungsprogramm, das von den Besuchern und Besucherinnen mit großer Freude genutzt und von der Fachwelt aufgrund seiner Innovationskraft und Professionalität als wegweisend geschätzt wurde. Das kulturelle Angebot des Essl Museums umfasste auch ein international viel beachtetes Programm für Neue Musik mit unzähligen Konzerten und eine eigene Literaturschiene, bei der mehr als hundert Autorinnen und Autoren zu Gast waren.

Nicht nur das Ausstellungs- und Vermittlungsprogramm des Museums haben wir nach höchsten Qualitätsansprüchen und mit internationaler Ausrichtung angelegt, auch die Sammlungspflege, die Restaurierung und die Forschung waren maßgeblich, um aus dem Essl Museum ein anerkanntes Kompetenzzentrum für zeitgenössische Kunst zu machen und zahlreiche Impulse in der internationalen Kunst- und Museumslandschaft zu setzen.

All die Errungenschaften der letzten 17 Jahre waren nur möglich, weil wir flexibel, unabhängig und privat agieren konnten über ein Team von hochqualifizierten, leidenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verfügen konnten, die das Museum wie eine gut geölte Maschine funktionieren ließen.

Dankbar für eine verwirklichte Vision

Wenn nun das Essl Museum (...) seinen Ausstellungsbetrieb schließt, dann wird diese Maschine und damit auch ein bedeutender Kulturbetrieb verstummen. Aber all die Dinge, die geleistet und verwirklicht worden sind, all die wunderbaren Momente, an die man sich erinnern wird, werden bleiben und lange nachhallen. Mit dem Essl Museum haben wir einen Ort der Begegnung zwischen Mensch und Kunst geschaffen.

All die Menschen, die durch das Essl Museum die Kunst lieben lernten, werden dies auch weiterhin tun. (...) Mit dem Essl Museum haben wir eine Vision verwirklicht, und wir blicken mit Dankbarkeit auf die vielen Erlebnisse und Begegnungen zurück. All dies hat Spuren in der Kunstwelt hinterlassen. (...)

Wir hoffen, dass auch Ihnen das Essl Museum in guter Erinnerung bleiben wird. Meine Frau und ich werden auch weiterhin unseren Beitrag für eine positive Entwicklung der österreichischen Kunst leisten.“