Erstellt am 18. September 2015, 06:57

von Christoph Hornstein

Geburtstag einer echten Institution. Was wäre Klosterneuburg ohne seine Rollfähre? Trotz Brücken- und Seilbahnprojekten feiert sie jetzt ihren 80. Geburtstag.

Als Provisorium gedacht, ist sie jetzt schon 80 Jahre lang in Betrieb: Die Klosterneuburger Rollfähre ist für Klosterneuburg, wie das Chorherrenstift, zum Symbol der Stadt gewachsen.  |  NOEN, Stadtgemeinde Klbg/Archiv
Einst waren sie eine gemeinsame Stadt: Klosterneuburg und Korneuburg. Und um von einem Stadtteil zum anderen zu kommen, gab es nur eine Möglichkeit: die Fähre. Mehrere Fähren führten die Passagiere in der Urzeit der Städte über die damals mit Inseln besiedelte gefährliche Donau. Heute ist das ganz anders, aber eine Fähre hat es in die Neuzeit geschafft und bringt heute noch Menschen, Radler und Autofahrer von Klosterneuburg nach Korneuburg. Rufe nach einer Brücke oder sogar

einer Seibahn nach Korneuburg hat die Rollfähre alle überlebt und stellt noch immer die schnellste Verbindung zwischen beiden Donaustädten dar. Die Klosterneuburger Rollfähre feiert nun ihren 80. Geburtstag.
Am 12. September 1935 wurde die heutige Rollfähre zwischen Klosterneuburg und Korneuburg geweiht und eröffnet. Diese ersetzte eine nicht mehr zeitgemäße Fähre, die für mehrere Unfälle gesorgt hatte.

Eigentlich sollte sie nur ein Provisorium sein. Mit einer Weihe wurde 1935 die Betriebseröffnung gefeiert. Den Wirren des Zweiten Weltkriegs fiel auch sie zum Opfer. Im Frühjahr 1945, als sich die Rote Armee Klosterneuburg näherte, sprengte die Deutsche Wehrmacht Straßen- und Eisenbahnbrücken und die Rollfähre.

Zusammen mit der Donauregulierung wurde bereits 1893 eine Verkehrsverbindung nach Korneuburg errichtet, die „fliegende Brücke“ – ein recht abenteuerliches Gefährt: Es bestand aus zwei Booten, auf denen eine Plattform für Passagiere und Fuhrwerke montiert war. Die Konstruktion war am Korneuburger Donauufer mit einem Seil verankert, das bis ans andere Ufer reichte, um die Plattform wieder zurückziehen zu können. Wenn man also in Klosterneuburg anlegte, spannte sich dieses Seil quer über die Donau. Es gab mehrere Unfälle, und die Rufe nach einer zeitgemäßeren Verbindung wurden immer lauter.

Eisstoß 1927 brachte 1935 neue Rollfähre

Der Eisstoß 1927 stutzte der „fliegenden Brücke“ schließlich endgültig die Flügel. Am 12. September feiert die Rollfähre ihren 80. Geburtstag. Das Stadtarchiv erinnert in einer Kleinausstellung an die Einweihung der Rollfähre 1935, zu sehen ab Oktober während der Öffnungszeiten in der Aula des Rathauses. Eintritt frei.