Erstellt am 27. November 2015, 12:33

von Markus Nurschinger

"Sauteure Luftkeuschen". Die 23 neuen Wohnungen, die derzeit in Weidling errichtet werden, sind für Stadtrat Pitschko zu teuer, da auch noch ein Bauzins an das Stift gezahlt werden muss.

Für Stadtrat Josef Pitschko sind die Preise der neuen Wohnungen in Weidling zu hoch.  |  NOEN, zVg

In Weidling entsteht ein Wohnprojekt mit 23 Eigentumswohnungen, das auf Familien zugeschnitten ist. Zusätzlich zum Kaufpreis müssen die Wohnungseigentümer dem Grundeigentümer Stift Klosterneuburg aber einen Bauzins bezahlen.

Die Wohnungen haben zwischen 48 und 116 Quadratmeter Fläche und kosten von 212.668 Euro für die kleinste Wohnung mit Balkon bis zu 506.211 Euro für die größte Wohnung mit Garten und Terrasse. Einen Stellplatz für das Auto kann man um 15.000 Euro erwerben.

FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko spricht von „sauteuren Luftkeuschen“, weil die Wohnungseigentümer nicht einmal Grundeigentümer sind. „Die Wohnungen wurden mit einem 100-jährigen Baurecht auf einem Grundstück des Stiftes Klosterneuburg errichtet. Die Wohnungen seien daher ‚Luftkeuschen‘, wofür die Wohnungseigentümer einen monatlichen Bauzins an das Stift zahlen müssen“, sieht Pitschko die Preise als überteuert.

Rund 43.000 Euro pro Jahr an Bauzins 

Eine 48 Quadratmeter kleine Wohnung zum Preis von mehr als 212.000 Euro, somit um rund 4.300 Euro pro Quadratmeter, beurteilt der freiheitliche Stadtrat als „sauteuer“. Der Käufer müsse für diese kleine Wohnung zusätzlich zum Kaufpreis einen monatlichen Bauzins von 97 Euro an das Stift zahlen. Für diese Kleinwohnung ist daher zusätzlich zum Kaufpreis von 212.000 Euro für das Baurecht in den nächsten 100 Jahren ein Bauzins von mindestens 116.000 Euro an das Stift Klosterneuburg zu zahlen. Hinzu kämen noch weitere Erhöhungen infolge Wertsicherungsklauseln.

Weiters folgert Pitschko: Bei einem durchschnittlichen monatlichen Bauzins von zwei Euro pro Quadratmeter Wohnnutzfläche und 1.800 Quadratmeter Wohnnutzfläche der gesamten Wohnungsanlage kassiert das Stift Klosterneuburg als Grundstückseigentümer von den Wohnungseigentümern einen jährlichen Bauzins von etwa 43.000 Euro für das Baurecht auf seinem rund 3.500 Quadratmeter großen Baugrundstück.

„Ich mache die Preise ja nicht selber“

„Wenn ÖVP-Gemeinderat Martin Trat solche Wohnungen nur als ,für junge Leute etwas teuer‘ findet, mache ich mir schon jetzt Sorgen darüber, was die ÖVP unter ,leistbaren Wohnungen für junge Klosterneuburger‘ auf dem ehemaligen Kasernengrundstück, das jetzt ebenfalls dem Stift Klosterneuburg gehört, verstehen könnte“, kritisiert Pitschko. Stadtrat Martin Czerny, dessen Firma „Martin Czerny Immobilien“ für Beratung und Verkauf der Wohnungen zuständig ist, kann zu den Preisen nicht viel sagen. „Ich mache die Preise ja nicht selber. Es gibt einen Bauträger, der hat uns für den Verkauf beauftragt“, so Czerny.