Klosterneuburg

Erstellt am 24. August 2016, 03:46

von Martin Gruber-Dorninger

Ordnung muss sein. Stadtgemeinde untersucht den Einsatz von sogenannten „Gemeindewachkörpern“. Sicherheitsgemeinderat Raz analysiert derzeit die Möglichkeiten.

Die Stadtgemeinde untersucht derzeit die Installation von sogenannten „Gemeindewachkörpern“ in Klosterneuburg.  |  NOEN, shutterstock/lsantilli

Das Bedürfnis nach Sicherheit unter den Bürgern ist so groß wie schon lange nicht. Tägliche Terrormeldungen und die Nachricht von Einbrüchen in der Nachbarschaft tragen dazu bei. Diesem erhöhten Bedürfnis will auch die Stadtgemeinde Klosterneuburg nun Rechnung tragen.
Sicherheits-Gemeinderat und Stadtrat Richard Raz ist damit beauftragt, den Einsatz von sogenannten „Gemeindewachkörpern“ zu untersuchen.

Richard Raz ist selbst Kriminalbeamter und weiß daher, wie der Hase läuft. Von Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager hat der Vizebürgermeister nun den Auftrag erhalten, sich in Städten ähnlicher Größe umzuhören.

Neunkirchen und Baden als Vorbilder

„In Baden und in Neunkirchen gibt es schon solche Gemeindewachkörper“, erklärt Stefan Schmuckenschlager. Diese Personen sind dann Beamte der Stadtgemeinde und sollen in jenen Bereichen tätig sind, die nicht mehr die Polizei betreffen. „Wir wollen weder eine Armee des Bürgermeisters noch eine Hottentotten-Gruppe installieren. Der Einsatz soll schon gezielt sein und für alle Sinn machen“, erläutert Schmuckenschlager weiter.

Dieser Einsatzbereich könnte die Überprüfung der Einhaltung des Umweltgesetzes sein. „Ob die Schneeräumung erfolgt oder überhängende Äste auch korrekt geschnitten sind“, führt der Bürgermeister Beispiele an. Weiters denkt er daran, dass diese „Organe“ auch die Einwurfzeiten an Müllsammelplätzen überwachen und generell das Sicherheitsgefühl der Bürger erhöhen.

Wachkörper kein Ersatz für die Polizei

Die Arbeit der Polizei sei dadurch aber nicht infrage zu stellen. „Unsere Klosterneuburger Beamten machen wirklich eine gute Arbeit. Es geht darum, in Bereichen für mehr Ordnung zu sorgen, die von der Polizei nicht abgedeckt werden können“, so Schmuckenschlager. Außerdem würde sich bei der geografischen Beschaffenheit der Stadtgemeinde mit den sechs Katastralgemeinden und dem großen Straßennetz ein derartiges Projekt anbieten.

Zeitplan für die Umsetzung gibt es bisher noch keinen. „Das ist ein mittelfristiges Projekt, das erst einmal im Sicherheitsausschuss zur Sprache kommen muss“, erklärt der Bürgermeister. Ein wichtiger Faktor seien hier noch die Kosten, die dann für die Stadtgemeinde entstehen. „Richard Raz wird das noch analysieren und dann einen Vorschlag einbringen“, so Schmuckenschlager.