Erstellt am 29. April 2016, 05:04

von Martin Gruber-Dorninger

Spur. Wolfgang Meissner hat seine Neugier in die Weidlinger Historie vertieft. Er sucht noch nach Material.

1954 mussten die Weingärten noch bewacht werden. Hier ein Bild vom „Weingarten-Hiater“  |  NOEN, Karl Fliedel

Er ist Winzer in Weidling mit einem besonderen Hang und einer großen Begeisterung zur Geschichte. Wie ist das hier entstanden? - Diese Frage scheint die Treibfeder für Wolfgang Meissner. Am Ende des Jahres soll nun ein Buch entstehen, und er hofft noch auf Hilfe und Unterstützung durch die Weidlinger.

„Alles begann mit der Aufarbeitung der Heurigen-Vergangenheit von Weidling“, erklärt Wolfgang Meissner. Aus der Recherche ging hervor, dass seit 1930 über 70 Weinbaubetriebe in Weidling angesiedelt waren. Aus beiläufigem Interesse hat sich Stoff für ein ganzes Buch ergeben. „Immer weiter zurück von der Zwischenkriegszeit über die Jahrhundertwende, die der Anfang der großen Zeit der Weidlinger Sommerfrische war“, schildert Meissner.

Davor prägte auch die Reblaus-Katastrophe die Geschicke der Klosterneuburger Katastralgemeinde. „Die ersten schriftlichen Unterlagen sind aus dem 13. Jahrhundert. Das sind, wie leicht zu erraten sein dürfte, Kaufverträge verschiedenster Weingartenflächen“, so Meissner.

Auf der Suche nach neuen Erkenntnissen

Ein Wanderführer beschreibt Weidling um 1820 in der Einleitung wie folgt: „Mit Recht wird das Weidlingtal als eines der reizendsten um Wien gepriesen, aber nicht wegen dem, was es hat, sondern dem, was es nicht hat. Nämlich städtische Anlagen, künstlich geputzte Natur und und und. Das Dorf, das Thal ist so ländlich, so einsam stille, dass man wünschen muss, es möge recht lange dieses friedliche Plätzchen bleiben.“

Diesem Wunsch konnte nicht entsprochen werden, da die Anziehung so groß war, dass Weidling rasch zu wachsen begann. „So war Weidling in der Blüte der Sommerfrische führend mit den Nächtigungszahlen. In den 20er Jahren gab es jährlich bis zu 34.000 Nächtigungen – und das von nur rund 600 Gästen“, ist selbst Wolfgang Meissner noch erstaunt.

„Viele Anekdoten sind noch zu erzählen, doch ist noch nicht alles aufgearbeitet. So freue ich mich über alle Dokumente, Bilder oder Unterlagen, egal aus welcher Epoche“, bittet Meissner um rege Kontaktaufnahme. „Privat oder bei unserem Heurigen“, sagt Meissner.