Erstellt am 09. März 2016, 05:04

von Claudia Wagner

Stift: Der Hüter des Huts. ;Erzherzog Maximilian III. übergab 1616 den Erzherzogshut an das Stift. Die Schatzkammer widmet dem 400. Geburtstag der heiligen Landeskrone eine große Ausstellung.

Bei der 400. Geburtstagsfeier des Erzherzogshuts durfte eine Torte nicht fehlen. Demel-Bäckerinnen Annika Post (l.) und Dominika Hitkova (r.) zauberten eine Schoko-Krone, die sich Kustos Nicolaus Buhlmann, Demel-Geschäftsführer Dietmar Muthenthaler, Novizenmeister Anton Höslinger, Landtagspräsident Hans Penz und Stifts-Kultur-Leiter Gottfried Fragner (v.l.) schmecken ließen.  |  NOEN, Wagner

Schon ein kurzer Blick auf die nordöstliche Kuppel des Stifts zeigt den wertvollsten Schatz der Chorherren: den Erzherzogshut. Und genau diesem Juwel – besser gesagt seinem 400. Geburtstag – ist die Stifts-Jahresausstellung gewidmet.

Am 15. November 1616 stiftete Erzherzog Maximilian III., ein jüngerer Bruder von Kaiser Rudolfs II., den Chorherren den Hut. Die heilige Krone des Landes sollte immer in unmittelbarer Nähe zu den Reliquien des heiligen Leopolds aufbewahrt werden.

Einzige Ausnahmen: die Erbhuldigungen. Zehnmal wurde die Krone vom Stift nach Wien gebracht. So schmückte der Erzherzogshut etwa die Häupter von Kaiserin Maria Theresia, ihrem Vater Karl VI. und Großvater Joseph I., als Vertreter der politischen Führungsschichten den neuen Herrschern ihre Treue schworen.

„Mystik durch Material, Form und Geschichte“ 

Den Erbhuldigungen, ihrem Ablauf und den gehuldigten Adeligen ist ein großer Teil von „400 Jahre Krone für Österreich“ gewidmet.

Im Fokus steht aber das Juwel selbst, dessen Schutz zu den Aufgaben des Prälats zählt. Denn der Propst ist gleichzeitig der offizielle „Hüter des Erzherzogshuts“ – der „Diadematis Austriaci custos“, wie der alte Römer sagen würde. Bernhard Backovky hütete an diesem Abend allerdings krankheitsbedingt nur das Bett. Novizenmeister Anton Höslinger warnte schmunzelnd: „Ich hoffe, niemand ist heute versucht, wenn der Hüter nicht hier ist, den Erzherzogshut wegzunehmen, denn Papst Paul V. hat verfügt, dass ein solcher exkommuniziert wird.“

x  |  NOEN, Bildarchiv Janos Stekovics

Die Drohung zeigte Wirkung. Zwar mit Respektabstand, aber dennoch mit funkelnden Augen betrachteten die Besucher das majestätische Stück.

„Die Krone stellt die Hut dar, die die Politik und der christliche Glaube für die Menschen zu spielen hat.“ Anton Höslinger, Novizenmeister

Dem Zauber des Erzherzogshuts konnte sich auch der Landtagspräsident Hans Penz nicht entziehen. „Der Erzherzogshut hat eine geradezu mystische Kraft, die von Material, Form und historischer Würde ausgeht“, staunte der Landtagspräsident.

Und nicht nur die Sinne, sondern auch die grauen Zellen und das Pflichtbewusstsein wurden beim Anblick der Krone animiert. Penz: „Der Hut verdeutlicht eine gemeinsame Verpflichtung, eine Brücke zu starten von der Vergangenheit in die Gegenwart und Zukunft.“

Diese Geschichte griff auch Novizenmeister Anton Höslinger auf: Denn auch wenn sich in den vergangenen 400 Jahren Kirche und Politik in Österreich stark verändert haben, verliere der Erzherzogshut nicht an Bedeutung, so Höslinger: „Die ewige Bedeutung dieser Krone ist die, dass sie die Hut darstellt, die sowohl die Politik wie auch der christliche Glaube in unserem Land für dieses Land und die Menschen, die hier wohnen, zu spielen hat.“

Bis 15. November ist die Jubiläums-Ausstellung in der Schatzkammer geöffnet.