Klosterneuburg

Erstellt am 20. Juli 2016, 18:11

von Claudia Wagner

WC-Körberl: Zwang oder freie Spende?. Ortsvorsteherin Traude Balaska wurde als Lokalgast zur Kasse gebeten. Restaurantbetreiber: Körberl ist für Opernbesucher.

Am Stiftscafé-WC steht eine WC-Dame, die Geld verlangt. Chef: „Kein Zwang, sondern freiwillige Spende.“  |  NOEN, Heindl

Abendessen im Stiftscafé und anschließend in die Oper – so wollte Ortsvorsteherin Traude Balaska ihren Abend verbringen. Mit einem befreundeten Ehepaar und dessen Enkeltöchtern traf sich die Weidlingbacherin im Klosterneuburger Lokal. Als die neun- und 13-jährigen Mädels das WC aufsuchten, soll ihnen der Eintritt von der WC-Dame verweigert worden sein.

Kassieren für Toilettenbesuch?

„Sie wollten um etwa 18.30 Uhr auf die Toilette, wurden aber – weil sie kein Geld dabei hatten – nicht hineingelassen“, erinnert sich Balaska. Würden nur Opernbesucher, die im Stiftscafé nichts konsumieren, zur Kasse gebeten, wäre das für die Klosterneuburgerin verständlich. „Um 18.30 Uhr waren sicher noch keine ,Nur-WC-Besucher‘ da, sondern Lokalgäste. Und von denen zu kassieren, finde ich stark“, so Balaska.

Für Roman Czeczelich liegt hier ein Missverständnis vor. „Das ist kein Zwang, sondern nur freiwillige Spende“, versichert der Betreiber des Stiftscafés. Das Körberl für Münzen und Scheine stehe nur zu Leopoldi und während der Sommeroper, da zu dieser Zeit deutlich mehr Personen das WC nutzen. Czeczelich: „Da kommen Massen. Wir haben das einzige WC, das für die rund 500 Opernbesucher zur Verfügung steht.“ Das Körberl sei eine Aufforderung für Fremde, nicht aber für Lokalgäste.