Erstellt am 31. März 2016, 04:54

von Christoph Hornstein

Strandfest zu teuer?. Am 23. Juli ist Strandfest. FPÖ: "Dieses eintägige Strandfest kostet die Gemeinde 20.000 Euro." VP-Stadtrat Czerny: "Stehen dazu."

 |  NOEN, Wolfgang Schuster

Die ersten warmen Sonnenstrahlen zu Ostern lassen nicht nur den gemeinen Bürger an den Sommer denken. Auch der Gemeinderat beschäftigte sich mit dem Sommer, und zwar in Sachen Strandfest am 23. Juli. In der letzten Gemeinderatssitzung wurden für dieses Fest Ausgaben in der Höhe 35.000 Euro budgetiert und beschlossen.

Die FPÖ stimmte dagegen. „Geschätzte Einnahmen von 15.000 Euro stehen diesen Ausgaben gegenüber. Selbst bei Totalabsage kann der Veranstalter „Michael Bauer KG Intra-Performance“ mehr als 10.000 Euro Steuergeld kassieren“, argumentiert FPÖ-Stadtrat Josef Pitschko.

Kostenlawine für Stadtgemeinde ?

Dabei seien die Kosten für das von der Gemeinde zur Verfügung gestellte Personal gar nicht berücksichtigt. Die Stadtgemeinde müsse die Kosten für die Feuerwehr- und Rettungsbereitschaft und das Feuerwerk zahlen, sich um die gesamte Eintritts-, Eingangs- und Kassenorganisation kümmern, Hilfskräfte für die Auf- und Abbauarbeiten sowie zur Beaufsichtigung der Badebereiche bis 2 Uhr zur Verfügung stellen.

Zusätzlich soll die Stadtgemeinde dem Veranstalter für die Durchführung des Strandfestes einen Betrag in der Höhe von 19.000 Euro gegen Verwendungsnachweis zur Verfügung stellen. Bei Schlechtwetter und bei Totalabsage zahlt die Stadtgemeinde eine Ausfallsabgeltung von maximal 5.700 Euro (30 Prozent von 19.000 Euro) an den Veranstalter aus. Mit der Pönale des Veranstalterhonorars (50 Prozent von 9.900 Euro) ergibt sich eine Belastung bei Totalausfall von rund 10.000 Euro.

„Derartige Verschwendungen von Steuermitteln sind den Steuerzahlern nicht mehr zuzumuten.“Josef Pitschko, Stadtrat FPÖ

Pitschko gab zu bedenken, dass für die vom Steuerzahler zu tragenden Kosten von 20.000 Euro für ein eintägiges Strandfest ein Durchschnittsverdiener ungefähr ein ganzes Jahr arbeiten muss. „Derartige Verschwendungen von Steuermitteln für Vergnügungsveranstaltungen sind daher den Steuerzahlern nicht mehr zuzumuten“, ist Pitschko überzeugt.

Aufwand ist gerechtfertigt

„Der Aufwand ist in den letzten Jahren gestiegen, weil man dem Gesetz Genüge tun muss“, so der zuständige Stadtrat Martin Czerny (ÖVP). Es sei eine reine politische Entscheidung, ob man dieses Fest will oder nicht. „Ich glaube, dieses Fest gefällt den Menschen, und daher finde ich es eine gute Sache“, so Czerny.

„Ich freue mich auf das Fest, weil es den Menschen Freude macht“, so Veranstalter Michael Bauer. Die Rechnung Pitschkos könne er nicht nachvollziehen. Wenn man wisse, was an diesem Tag alles geboten würde, könne man auch über die Kosten nicht diskutieren. Das Feuerwerk müsse man da herausnehmen, denn das sei eine Veranstaltung der Stadtgemeinde in der Veranstaltung. Bauer: „Man kann immer darüber diskutieren, was etwas wert ist, aber nicht mit Herrn Pitschko.“ Wenn es nämlich nach ihm ginge, gäbe es in Klosterneuburg überhaupt keine Feste mehr.