Klosterneuburg

Erstellt am 03. August 2016, 05:33

von Christoph Hornstein

Energieausweis für Happyland? . Der Zank um das Happyland reißt nicht ab. Wäre ein Energieausweis erforderlich gewesen?

Der Zank um das Happyland reißt nicht ab. Wäre ein Energieausweis erforderlich gewesen?  |  NOEN, NÖN

Der einstimmige Gemeinderatsbeschluss, den Rechnungshof zu ersuchen, das Sanierungsprojekt Happyland zu untersuchen, reicht Gemeinderat Peter Hofbauer (Liste Peter Hofbauer) anscheinend nicht. Er will Klarheit über seiner Meinung nach grobe Missstände in der Sanierungsphase. Ein solcher ist nach Hofbauer der fehlende Energieausweis für die Sportstätte.

Nach Auskunft des Rechnungshofes steht die Prüfung noch aus. Wann es Ergebnisse geben wird, steht noch in den Sternen. So lange will Hofbauer anscheinend nicht warten. Er ist nämlich davon überzeugt, dass der Energieausweis für das Happyland erbracht hätte werden müssen.

„Für jede Wohnung braucht man einen Energieausweis und für ein 15-MillionenProjekt nicht?“

Gemeinderat Peter Hofbauer

Wer heute in Österreich ein Haus baut oder eines saniert, muss schon beim baubehördlichen Genehmigungsverfahren einen Energieausweis erbringen. Das wird in der Regel von befugten Fachleuten gegen Bezahlung erledigt. Natürlich gilt das auch fürs das Happyland. Bauwerber ist in diesem Fall der Bürgermeister. Beim Genehmigungsverfahren wurde von der Baubehörde für die Happylandsanierung kein Energieausweis verlangt. Peter Hofbauer sieht das als schwerwiegende Unterlassung. „Meiner Auffassung nach wäre ein Energieausweis auf alle Fälle zu erbringen gewesen“, so Hofbauer, jeder Häuselbauer muss das machen. Warum der Bürgermeister als Bauwerber nicht?“

Es gibt Ausnahmen von der Regel

Peter Neubauer von der Baubehörde erklärt das: „Es gibt Ausnahmen dieser Regel, und zwar dann, wenn das Bauvorhaben nicht unter den Begriff ‚umfassende Sanierung‘ fällt.“ Keine ‚umfassende Sanierung‘ läge vor, wenn generell weniger als 25 Prozent der Gebäudehülle saniert wird, und im Detail, wenn zumindest drei von fünf der nachstehenden Kriterien erfüllt sind: weniger als der überwiegende Teil der Fensterflächen, der Fassade, des Daches, der oberen Geschoßdecke und der Wärmetechnik. Neubauer: „Das ist bei der Happylandsanierung der Fall. Deswegen war kein Energieausweis notwendig.“

Ein weiterer Punkt stößt Hofbauer noch sauer auf: Bauwerber ist der Bürgermeister, dem die Baubehörde untersteht. Daraus leitet Hofbauer einen Konflikt ab: „Nach meinem Wissenstand und nach geltenden Rechtsnormen ist es nicht zulässig, dass ein Organ einer Bewilligungsbescheide ausstellenden Behörde gleichzeitig Vertreter des Bewilligungswerbers in ein und derselben Angelegenheit sein kann.“

Darauf Neubauer: „In Klosterneuburg ist nicht der Bürgermeister erste Instanz der Baubehörde, sondern das Stadtamt.“

„Ich habe mehrmals Anfragen diesbezüglich an den Bürgermeister gerichtet und auch Antworten bekommen. Jetzt bekomme ich wieder eine neue“, wundert sich Hofbauer.

Energieeffizienz bei Sanierung wesentlich

Das ganze Projekt war immer auf Energieeffizienz ausgerichtet. Das hätte Stadtrat Honeder, als Energieeffizienz-Stadtrat auch in der Gemeinderatssitzung vom 20. April 2012 betont. „Und jetzt will man mir einreden, dass man keinen Energieausweis für die Happyland-Sanierung braucht?“, so Hofbauer, „für jede Wohnung braucht man einen Energieausweis und für ein 15-Millionen-Projekt nicht?“

Und zu Konflikt Bauwerber und Baubehörde: „Mir ist egal, wer der Eigentümer ist, aber es kann nicht ein Organ der Baubehörde beim Projekt Happyland als Vertreter des Eigentümers fungieren. Ein Organ der Baubehörde ist beim Bauwerber tätig? Das geht nicht.“

Was ist der Energieausweis?

Der Energieausweis ist mit dem Typenschein für Ihr Auto vergleichbar. Viele interessante Kennwerte Ihres Hauses sind darin enthalten, wie zum Beispiel der zu erwartende Heizenergieverbrauch. Je nach Bundesland sind die Berechnungsmodelle etwas unterschiedlich. Der wichtigste Kennwert ist aber in jedem Energieausweis enthalten: Die Energiekennzahl für Ihr Haus (=der spezifische Heizwärmebedarf). Der ebenfalls sehr prominent angeführte „Gesamt-Energie-Effizienz-Faktor“ (fGEE) ist seit 2012 in neuen Ausweisen angeführt und stellt einen Vergleichswert mit einem Referenzgebäude dar. Der Energieausweis muss von einer befugten und qualifizierten Person ausgestellt werden.

Wer stellt ihn aus?

Per Gesetz sind die befugten Berufsgruppen (z.B. Ziviltechniker, Baumeister, Gewerbetreibende in den Bereichen Heizungstechnik, Elektrotrechnik etc.) berechtigt, Energieausweise auszustellen.

Quelle: www.energieausweis.at