Erstellt am 15. Juni 2016, 06:00

von Christoph Hornstein

Sturm ums Wasserglas. 40 Cent kostet bei einigen Heurigen das Glas Wasser. Bezirksweinbauobmann Kerbl: "Das ist wirtschaftlich notwendig."

Bezirksweinbauverbands Leopold Kerbl  |  NOEN, zVg

Bislang wurde für das Leitungswasser nichts verrechnet. Viele Klosterneuburger Heurige haben sich aber entschlossen, für Leitungswasser etwas zu verlangen. Zum Unmut einiger Gäste. „Ich begrüße diese Maßnahme. Jetzt kann ich ohne schlechtem Gewissen einen Kornspitz und zwei kostenpflichtige Glas Wasser konsumieren“, meint ein Heurigenbesucher nicht ohne Sarkasmus. 40 Cent kostete das Glas Wasser. Und abschließend meint der Gast: „Es rumort bereits ordentlich unter den Stammgästen. 40 Cent für das Glas Wasser zu verlangen war keine intelligente Entscheidung. Da hat wohl wieder einmal die Gier der Heurigenwirte obsiegt.“

"Die Problematik ist klar"

„Keine Rede davon“, verteidigt der Obmann des Bezirksweinbauverbands Leopold Kerbl sein kostenpflichtiges Leitungswasser. Das Problem sei unter den Heurigenwirten diskutiert worden. Einige verlangen etwas dafür und einige nicht. Kerbl verlangt bei seinen zwei Heurigen die 40 Cent und weiß auch warum: „Wenn bei Geburtstagsfeiern ein Liter Wein und zwanzig Liter Leitungswasser bestellt werden, ist die Problematik klar.“

Die steigenden Betriebskosten und die immer härter werdenden behördlichen Auflagen, wie die Registrierkasse, macht Kerbl für diese Maßnahme verantwortlich. „Außerdem sind wir der Meinung, einen kleinen Betrag für das Glas Wasser zu verlangen ist ehrlicher, als die Kosten auf den Wein aufzuschlagen“, argumentiert Kerbl.

In den letzten Jahren sei der Wasserkonsum einfach eskaliert und daher diese Gegenmaßnahme notwendig geworden. Im Sommer werde Kerbls Leitungswasser sogar gekühlt. „Und da soll man nichts verlangen?“

Die Gäste werden sich wohl an das kostenpflichtige Glas Wasser gewöhnen müssen.

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