Klosterneuburg

Erstellt am 27. Juli 2016, 05:04

von Christoph Hornstein

Der Notfall und der Rechenstift. Weiterhin großer Protest der Klosterneuburger bezüglich der Umstellung auf Tagesklinik

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Die Argumente der Landeskliniken Holding für die Umstellung auf Tagesklinik liegen auf dem Tisch und wurden durch die NÖN schon des Öfteren kommuniziert: Schon bisher wurde in den vergangenen Jahren der tagesklinische Anteil sukzessive gesteigert und läge damit um zehn Prozent über dem Durchschnitt aller Spitäler. Dieser starke Trend werde nun durch die Einrichtung der chirurgischen Tagesklinik weitergeführt, so die Holding. Und weiter: Damit würden auch nach wie vor 90 Prozent aller operativen Leistungen am Standort erbracht, das Landesklinikum Klosterneuburg sei ein tagesklinisches Vorzeigeprojekt in Großstadtnähe.

Der Klosterneuburger Friedrich Ditye kann der Umstellung auf Tagesklinik nichts abgewinnen. Er war 15 Jahre lang aktives Mitglied des Roten Kreuzes Klosterneuburg. „Wir waren damals sehr froh, dass wir in kurzer Zeit unser Krankenhaus erreicht haben, wo bereits ein Team von Ärzten auf uns gewartet hat. Das ist jetzt insbesondere in der Nacht nicht so. Es sind Fahrzeiten bis zu 30 Minuten (Tulln, Korneuburg, Wien) in Kauf zu nehmen.“

Unerklärlich ist Ditye auch folgende Aussage der Landeskliniken Holding. Zitat: „Wir möchten außerdem darauf hinweisen, dass im Jahr 2015 (Jänner bis September) im Landesklinikum Klosterneuburg insgesamt nur 19 unfallchirurgische/chirurgische Operationen in der Nacht (19 bis 7 Uhr) stattgefunden haben. Das ist eine Operation alle zwei bis drei Wochen.“ Darauf kontert Ditye: „Jede Operation in der Nacht, ist in der Regel eine Notoperation und soll dazu führen, dass Menschenleben gerettet werden. Und wenn es nur eine im Jahr wäre, so wäre das auch richtig, dazu bereit zu sein. Ich kann doch nicht in Notfällen nur mit dem Rechenstift agieren?“

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