Weidling

Erstellt am 19. Mai 2017, 05:59

von Martin Gruber-Dorninger

Offener Brief: „Wen schützt die Schutzzone?“. Mit einem offenen Brief richten sich Weidlinger an den Bürgermeister. Thema: Wohnbau und Bauverdichtung.

Auf dem Areal des alten Feuerwehrhauses soll ebenso ein neues Wohnbauprojekt entstehen wie in der Hauptstraße 13.  |  NOEN, Gruber-Dorninger

Die Stimmen der Weidlinger von der Veranstaltung „Bürgermeister im Ort“ drohen langsam zu verhallen. Doch damit dies nicht passiert, richtet das „Team Weidling“ einen offenen Brief an Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Es geht, wie sollte es anders sein, um die Verbauung von Weidling.

„Viele Weidlinger lehnen die zunehmende Verbauung Weidlings mit der unvermeidlichen Folge massiver Verkehrsprobleme im Weidlingtal ab und verstehen das als starke Beeinträchtigung des Lebens“, erklärt Mitinitiatorin Irene Edtmayer gegenüber der NÖN. Um dieses Problem erst gar nicht erst entstehen zu lassen fordert das „Team Weidling“ das Überdenken des Baukerngebietes und die Beschränkung der Wohneinheiten in diesem Bereich.

Kritik an Wohnprojekt in Hauptstraße 13

Aktuell geht es um Pläne, in der Hauptstraße 13/Weidlingbachgasse ein Wohnbauprojekt mit 14 Einheiten zu realisieren. „Die Bauvorhaben entsprechen sicher nicht dem Ortsbild und den tatsächlichen räumlichen Möglichkeiten in Weidling“, so Edtmayer weiter, die große Auswirkungen auf die Fußgänger und Anrainer sieht. „Wer wird in dieser Schutzzone geschützt? – Das Ortsbild und die Bürger oder die Bauträger?“, fragt das Team Weidling im offenen Brief.

Auf Anfrage der NÖN erklärt Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, dass eine Stellungnahme zur derzeitigen Auflage der Raumordnung aufgenommen und bearbeitet wird. „Darüber beraten wird zunächst der Ausschuss für Stadtplanung und im Anschluss der Gemeinderat“, zeigt Schmuckenschlager das Prozedere auf.

Dem allgemeinen Wunsch nach Verringerung von Baumassen werde schon jetzt entsprochen. Die aktuelle Auflage weist eine Reduzierung von etwa 40.000 m verbaubare Fläche in ganz Klosterneuburg aus. „Die Einschränkung von Wohneinheiten in Kerngebieten wird, im Rahmen der gültigen Bausperre der Schutzzonen, eingearbeitet“, versichert Schmuckenschlager und betont, dass es diese gesetzliche Möglichkeit erst seit heuer gebe, „dank der Initiative von Landtagsabgeordnetem Christoph Kaufmann.“

Schmuckenschlager lobt die Initiative

Beim eingereichten Projekt an der Hauptstraße handle es sich um ein laufendes Verfahren. „Allerdings bleibe ich dabei: So wie ursprünglich von den Besitzern beworben, wird sich dieses Projekt nicht umsetzen lassen. Änderungen im Ortsbild erachte ich hier als unerlässlich“, so Schmuckenschlager, der den Einsatz der Initiative „Team Weidling“ lobt. „Das finde ich sehr gut und hoffe, dass dies ein Beginn für weitere tatkräftige Mitarbeit im Weidlinger Vereinsleben werden kann“. Dabei spielt er auch auf die Planungen für eine Neuauflage des Örtlichen Entwicklungs-Konzeptes unter Einbindung der Bürger an.

Zum Abschluss richtet die Initiative noch einen Appell an den Stadtchef: „Vertreten Sie die Interessen der hier ortsansässigen Weidlinger, lassen Sie nicht zu, dass Bauten und Verdichtungen entstehen, die nicht nach Weidling gehören.“