Erstellt am 08. Juni 2016, 05:30

von Claudia Wagner

Technologiepark: Fluch oder Segen?. Plöcking / Anrainer sehen einen massiven Eingriff in die Umwelt. Bürgermeister: „IST muss sich genauso an die Gesetze halten.“ MARIA GUGGING / Man würde meinen, dass dem Technologiepark des IST nichts mehr im Wege steht.

Der geplante Technologiepark auf der Plöcking soll Arbeitsplätze schaffen und die Region aufwerten. Anrainer sehen einen massiven Eingriff in die Natur.  |  NOEN, IST

Man würde meinen, dass dem Technologiepark des IST nichts mehr im Wege steht. Denn schließlich wurden die Maßnahmen für das Projekt bereits 2008 einstimmig im Gemeinderat beschlossen. Doch jetzt, wo es um die Umsetzung geht, werden kritische Stimmen laut. Bei der Bürgermeister-Diskussionsrunde „Offen gesagt“ äußerten die Nachbarn ihre Bedenken.

„Im Plan sind nur 75 Parkplätze. Wo sollen die 375 Mitarbeiter ihre Autos abstellen?“, fragt sich eine Nachbarin. Das IST entkräftet diese Befürchtung prompt: Denn die 75 Parkplätze seien nur ein „Vorentwurf“, tatsächlich seien in der Garage 250 Stellplätze vorgesehen.

Plöcking: Großbau im Vogelschutzgebiet

Wenn es nach Eva Rath geht, soll es so weit gar nicht erst kommen. Sie ist vehement gegen den Bau. Besonders schmerzt die Anrainer der Eingriff in die Natur. Die Kierlingerin aus der Lenaugasse hat sich in die Materie eingelesen: „16 Meter hohe Gebäude sind geplant. Aufgrund der Hanglage würden diese das umliegende Baulandwohngebiet mit den Bauklassen I und II und der maximalen Höhe von acht Metern um 20 Meter überragen.“ Der ursprüngliche Plan von 2008 – demnach sollte der Park in den Hang hinein gebaut werden – stieß der Anrainerin auch schon sauer auf, denn: „Die Plöcking ist ein Vogelschutzgebiet!“ Um die Verbauung der Wiese zu unterbinden, hat Rath eine Bürgerinitiative gestartet – 475 Unterschriften konnte die Klosterneuburgerin bereits sammeln.

"Will man den Technologiepark, ja oder nein?“

„Die Maßnahme fällt niemandem leicht“, gibt Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager offen zu. „Wir reden von einer Grundsatzentscheidung: Will man den Technologiepark, ja oder nein?“ Und die Antwort darauf habe man bereits gegeben, so der Stadtchef: „Hier geht es um ein höheres Ziel: Wir schaffen das für das IST.“

Das heißt aber nicht, dass für das Forschungszentrum andere Spielregeln gelten: „Das IST muss genauso Stellungnahmen von Behörden einholen und sich an die Gesetze halten.“ Also auch an Umweltgesetze.

Es gehe alles mit rechten Dingen zu, beim Umgang mit den Anrainern räumt Schmuckenschlager aber Fehler ein: „Ich gebe zu, das Dialogverfahren könnte man stärker machen. Das Gespräch ist das Wesentlichste.“

 „Was ist der wirtschaftliche Vorteil für Klosterneuburg?“

Und bei der Diskussionsrunde suchten die Besucher genau diesen Meinungsaustausch. „Was ist der wirtschaftliche Vorteil für Klosterneuburg?“, fragte sich etwa ein Anrainer. „Der Technologiepark mit rund 370 Arbeitsplätzen bringt natürlich Kommunalsteuern, genauso wie indirekte Vorteile für Geschäfte und Betriebe in der Umgebung“, so der Stadtchef.

Am 1. Juli wird im Gemeinderat die Flächenwidmung für die Plöcking debattiert.