Erstellt am 29. April 2016, 05:34

von Martin Gruber-Dorninger

Thema Umwelt: "Arbeiten eng zusammen". Sepp Wimmer und Leopold Spitzbart sitzen zwar in unterschiedlichen Fraktionen, dennoch kämpfen sie im Gemeinderat für eine gemeinsame Sache: Die Umwelt.

 |  NOEN, Gruber-Dorninger

Zwei Mandatare des Gemeinderates kümmern sich in Klosterneuburg um die Umwelt: Stadtrat Sepp Wimmer (Grüne) und Gemeinderat Leopold Spitzbart (ÖVP). Mit der NÖN sprechen die beiden über Gemeinsames und Trennendes in der Klosterneuburger Umweltpolitik.

NÖN: Klosterneuburg ist eine stark expandierende Stadt. Wie schwer ist es, hier Umweltpolitik zu machen?
Sepp Wimmer: Seit die Funktionen des Umweltstadtrates und des Umweltgemeinderates getrennt wurden, funktioniert es wieder sehr gut. Auch wenn wir in unterschiedlichen Fraktionen sitzen, arbeiten wir wirklich gut zusammen. Poldi ist in der Umweltmaterie gut bewandert und ist auch sehr engagiert. Es ist aber auch sicher von Vorteil, dass der Umweltgemeinderat jener Fraktion angehört, die den Bürgermeister stellt.
Leopold Spitzbart: Das kann ich nur bestätigen. Bei der Wahl zum Umweltgemeinderat wurde ich dieses Mal einstimmig gewählt. Das freut mich, denn das war nicht immer so.

Gute Zusammenarbeit bei vielen Themen

Worin hat sich im Detail die gute Zusammenarbeit bereits bemerkbar gemacht?
Wimmer: Mir fällt da der Feinstaub ein. Es wurde der Standort der Messstelle von der Wienerstraße fast bis zum Niedermarkt verändert. Die Daten, die nun geliefert werden, sind vertrauenswürdiger. Wir arbeiten eng miteinander zusammen, um dieses Problem in Klosterneuburg anzugehen, und haben auch schon erste Erfolge vorzuweisen. Wir haben uns aber auch in der Vergangenheit mit anderen engagierten Gemeinderäten, wie Bernd Schweeger (GR a.D. PUK; Anmerkung der Redaktion) zusammengesetzt, um Lösungen zu suchen.
Spitzbart: Der Feinstaub setzt sich bei uns aus drei Komponenten zusammen. Die Fremdverfrachtung, der private Hausbrand und der Verkehr. Bei zwei Dingen können wir versuchen einzugreifen. Beim Hausbrand bieten wir den Privaten Hilfestellungen an, beim Verkehr haben wir durch die Umfahrung den Stop- and Go-Verkehr reduzieren können.

Wie schwer ist es in Klosterneuburg, den öffentlichen Verkehr zu organisieren?

Spitzbart: Klosterneuburg besteht neben einem Zentrum aus drei Tälern. Die Stadt ist sehr zersiedelt. Öffentlicher Verkehr ist daher nicht flächendeckend zu gewährleisten und kann niemals gewinnbringend gemacht werden. Die Stadt muss also immer mitzahlen.
Wimmer: Es kommt auch immer öfter vor, dass wegen der schlechteren Erreichbarkeit in den zentrumsfernen Lagen ältere Menschen wieder ins Stadtzentrum zurückziehen wollen. Es kommt daher dort zu einer Bauverdichtung. Und da ist ein Punkt, in dem wir nicht einer Meinung sind. Denn wir sind der Meinung, dass wir schon die Grenze der Verbaubarkeit erreicht haben. Man muss den Zuzug hintanhalten. Mehr Bevölkerung bedeutet mehr Kommunaleinnahmen, diese muss man dann in neue Infrastruktur stecken. Mehr Einwohner bringen uns also unterm Strich nichts.

„Wir fordern eine großflächige Untersuchung des Bodens auf Kontaminationen.“ Sepp Wimmer (Grüne), Umweltstadtrat

Gibt es noch Punkte, in denen Sie nicht übereinstimmen?
Wimmer: Ja, ganz klar beim Thema „Kasernenareal“. Wir fordern eine großflächige Untersuchung des Bodens auf Kontaminationen, die ÖVP will noch zuwarten.
Spitzbart: Die Untersuchungen, die bisher geschehen sind, sind sicher nicht ausreichend. Daher sollten Experten, zum Beispiel vom Umweltbundesamt, eine Studie erstellen. Wo mit Kontamination zu rechnen ist, dort soll dann gezielt untersucht werden.

Wo gibt es Möglichkeiten, noch stärker im Umweltschutz zusammenzuarbeiten?
Wimmer: Wir wollen die Bevölkerung für das Thema „Littering“, also Verschmutzung durch achtlos weggeworfenen Müll, sensibilisieren. Ich könnte mir eine jährliche gemeinsame Flurreinigung vorstellen. Eventuell mit verstärkter Einbindung von Vereinen, die von der Stadt subventioniert werden. Diese könnten dadurch der Stadtgemeinde ein kleines „Danke“ sagen.
Spitzbart: In den Katastralgemeinden funktioniert das schon seit Jahren wunderbar. Feuerwehr, Pfadfinder und Freiwillige machen das gemeinsam, und zum Abschluss gibt es Würstel und Bier. Das könnte man auf ganz Klosterneuburg ausweiten.