Erstellt am 22. Januar 2016, 05:13

"Unter Druck": Alte Handschriften. 60 internationale Experten besichtigten im Rahmen einer Fachtagung die Sammlungen der Stiftsbibliothek.

Von alten Handschriften und frühem Buchdruck fasziniert: Meinrad Bolz, Maria Theisen, Irina von Morzé, Christine Glassner (ÖAW) und Stiftsbibliothekar Martin Haltrich (v.l.).  |  NOEN, Stift Klosterneuburg

"Wir waren immer schon ein Wissenschaftszentrum", Stiftssprecher Walter Hanzmann hat allen Grund zu dieser Feststellung.Erst am vergangenen Sonntag besuchten rund 60 internationale Expertinnen und Experten für mittelalterliche Handschriften das Stift Klosterneuburg, das mit 1.250 Manuskripten und 860 Wiegendrucken eine der größten und bedeutendsten privaten Sammlungen mittelalterlicher Bücher in Mitteleuropa besitzt.

Die Stiftsbibliothek mit ihren rund 280.000 Bänden ist die größte wissenschaftliche Privatbibliothek Österreichs. Gerade aus dem Spätmittelalter sind zahlreiche prächtig ausgestaltete Bücher erhalten. Sie wurden von den „Wiener Hofminiatoren“ illuminiert, die vor allem für die Habsburger Friedrich III. und Maximilian I. tätig waren.

Kunst und Handwerk der Buchmalerei sowie frühe Buchdrucke standen im Mittelpunkt der Tagung „Unter Druck: Illuminierte Handschriften und Inkunabeln im Zeitalter Gutenbergs“, die vom Institut für Mittelalterforschung an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) in Wien organisiert wurde. Fachleute aus aller Welt präsentierten die neuesten Ergebnisse ihrer Forschungen zur Buchkultur in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, als es durch die Erfindung des Buchdrucks zu einem einschneidenden Medienwechsel kam.

In der aktuell laufenden Ausstellung „Kloster, Kaiser und Gelehrte – Skriptorium und Bibliothek des Stiftes Klosterneuburg im 15. Jahrhundert“ werden noch bis Ende Juni 2016 einige der schönsten Handschriften und Inkunabeln aus der Stiftsbibliothek gezeigt. Die Schau ist Teil einer internationalen Ausstellungsreihe zur spätmittelalterlichen Buchmalerei, an der unter anderem auch die Österreichische Nationalbibliothek mit der Ausstellung „Goldene Zeiten“ teilnimmt.