Erstellt am 25. Januar 2016, 12:01

von Claudia Stöcklöcker

Vor Gericht: 15-Jähriger Schüler wütete zu Halloween. Mit Markenkleidung konnte Jugendlicher nicht punkten, mit Vandalismus heischte er um Anerkennung.

Landesgericht St. Pölten  |  NOEN, http://www.justiz.gv.at/
„Mein Mandant hat Migrationshintergrund, in Klosterneuburg hat er in der Schule keinen Anschluss gefunden, mit Jugendlichen in Markenkleidung konnte er nicht mithalten“, sagt die Verteidigerin eines 15-jährigen Klosterneuburgers im Prozess am Landesgericht St. Pölten.

Im Herbst 2014 übte sich ihr Mandant als Vandale, in der Halloweennacht schritt er besonders emsig zur Tat. Nun sitzt der bislang Unbescholtene vorm Jugendrichter. Lang ist die Liste der erhobenen Vorwürfe. „Das Stift hat er mit Hakenkreuzen und ,Heil Hitler’ beschmiert, in einer Tiefgarage den Wasseranschluss aufgedreht, Mistkübeln und eine Holzbank angezündet. Mit einer CO2-Pistole hat er auf Omnibusse und ein Auto geschossen, eine Miniatureisenbahn beschädigt, am Bahnhof einen Warteraum beschmiert und dort auf der Toilette Flüssigseife verteilt und den Raum unter Wasser gesetzt“, sagt Staatsanwalt Patrick Hinterleitner.

Einen Hemmschuh legte der Teenager auf die Gleise der Franz-Josef-Bahn, angeklagt ist das aber nicht.
„Wenn jeder Klosterneuburger, der sich keine Markenkleidung leisten kann, solche Taten begeht, möchte ich dort nicht Pendler sein“, wettert der Ankläger. Und: „Das war ein richtiger Vandalismus-Streifzug. Eine scharfe Verwarnung wird notwendig sein.“

Für den Teenie setzt es sechs Monate bedingt (nicht rechtskräftig). Ein Bewährungshelfer wird ihm zur Seite gestellt.