Erstellt am 20. April 2016, 05:14

von Christoph Hornstein

Wer übersteht die erste Wahlrunde?. Die NÖN fragte die Stadtpolitiker nach ihrer Einschätzung über den Ausgang und den persönlichen Präferenzen.

Stadtrat Josef Pitschko (FPÖ); »Hofer hat sich bis jetzt hervorragend geschlagen.«  |  NOEN, NÖN/Zwazl
Am Sonntag, 24. April ist Wahltag. Die erste Runde der Wahl für das höchste Amt im Staat steht an, mit sechs Kandidaten: Andreas Khol (ÖVP), Rudolf Hundstorfer (SPÖ), Norbert Hofer (FPÖ), Alexander Van der Bellen (unabhängig, von den Grünen unterstützt), Irmgard Griss und Richard Lugner. Zwei kommen in die nächste Runde und kämpfen dann um das Bundespräsidentenamt.

Sechs Personen haben bis zum Stichtag gültige Wahlvorschläge bei der Bundeswahlbehörde eingebracht, so viele wie seit 1951 nicht mehr. Das bedeutet, dass es mit Sicherheit zu einer Stichwahl kommen wird, bei der die beiden stimmenstärksten Kandidaten noch einmal gegeneinander antreten.

Glaubt man den letzten Umfragen, zeichnet sich eine Überraschung ab. Die beiden Kandidaten der Regierungsparteien ÖVP und SPÖ liegen demnach an vierter und an vorletzter Stelle. Schlusslicht ist Richard Lugner. Alexander Van der Bellen führt das Umfrage-Ranking an, vor Norbert Hofer und Irmgard Griss.

Schmuckenschlager glaubt an Khol

„Wie geht die Bundespräsidentenwahl am Sonntag aus?“, fragte die NÖN Klosterneuburgs Spitzenpolitiker. „Ich unterstütze Andreas Khol und halte ihn für absolut befähigt für dieses Amt“, so die erwartete Meinung von ÖVP-Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager, „die Entscheidung wird sehr knapp. Ein zweiter Wahlgang ist zurzeit das Einzige, auf das ich setzen würde.“ Wer Khol wegen seines Alters abschreibe, begehe einen Fehler. „Leider verkommt die Wahl in vielen Gesprächen zu einer Denkzettelwahl für die Großparteien. Das ist ungerecht“, so Schmuckenschlager.

Auch SP-Stadtrat Stefan Mann glaubt nicht so recht an die Umfragen: „Ich denke, Umfragen sind die eine Geschichte. Jetzt ist es wichtig, dass Hundstorfer in den zweiten Wahlgang kommt. Wenn er das schafft, hat er gute Chancen.“

„Unser Kandidat hat sich bis jetzt hervorragend geschlagen“, ist FP-Fraktions-Chef Josef Pitschko zufrieden. Hofer hätte beste Chancen, in die Stichwahl zu kommen. Sein Gegner könnte Van der Bellen werden, was
„eine spannende Stichwahl verspricht, denn dann prallen zwei Gegenpole aneinander“, so Pitschko.

Wimmer: „Hofer ist Wolf im Schafspelz“

Grünen-Chef Sepp Wimmer sieht drei klare Favoriten: Van der Bellen, Griss und Hofer. „Ich hoffe, dass Van der Bellen nicht wieder das Grün-Schicksal ereilt, beste Umfragewerte im Vorfeld zu haben und dann viel schlechter bei der Wahl abzuschneiden“, so Wimmer. FPÖ-Kandidat Hofer bezeichnet Wimmer als „Wolf im Schafspelz“, der sein wahres Gesicht erst nach der Wahl zeigen werde. Die schlechten Umfragewerte der Regierungspartei-Kandidaten überraschen Wimmer nicht: „Hier entlädt sich der Frust der letzten Jahre. ÖVP und SPÖ sind nicht glaubwürdig.“

PUK-Chef Johannes Kehrer: „Es wird sehr spannend, weil aus meiner Sicht noch gar nicht absehbar ist, wer gewinnt.“ Die Koalitionskandidaten kämen seiner Meinung nach nicht in die Stichwahl, „weil die Leute nicht wollen, dass die Regierungsparteien auch noch den Präsidenten stellen.“ Persönlich war Van der Bellen für Kehrer immer die Lichtgestalt: „Daher hoffe ich, dass er gewinnt.“

„Aus Solidarität zu meinem Freund Hundstorfer werde ich ihn wählen“, verrät Gemeinderat Peter Hofbauer, „obwohl ich annehme, dass er nicht in die Stichwahl kommt.“ Dass Hofer es auch nicht schafft, ist Hofbauer „wegen seiner Nähe zu einer Burschenschaft“ wichtig: „Damit ist er als Bundespräsident untragbar“, so Hofbauer, der sich eine Stichwahl mit Griss und Van der Bellen vorstellen kann: „Mit beiden kann ich als Bundespräsident leben.“