Erstellt am 12. November 2015, 05:13

von Markus Nurschinger

"Wien bringt nur Vorteile". Initiative sammelt Unterschriften, um die Variante der Angliederung an Wien zu unterstützen. Mehr als 150 Unterschriften wurden bereits verzeichnet.

Gerhard Mikolasch ist für eine Angliederung Klosterneuburgs an Wien.  |  NOEN, Nurschinger
Viel wird in letzter Zeit über die Auflösung des Bezirks Wien-Umgebung und die weiteren Schritte diskutiert. Bekommen wir ein eigenes Kennzeichen, kann sich die Stadt eine Statutarstadt leisten? Doch einige Klosterneuburger sind für eine dritte Variante. Nämlich die Angliederung an Wien als neuer Bezirk.

„Es wurde im Klosterneuburger Gemeinderat auch die Prüfung einer Wien-Angliederungsvariante beschlossen. Derzeit wird vom Bürgermeister und
einigen Politikern lediglich ein ‚KG-Kennzeichen‘ oder die Statutarstadt-Variante beworben“, sieht Gerhard Mikolasch die Wien-Variante als unterrepräsentiert.

Einzig Gemeinderat Peter Hofbauer informiert laut Mikolasch über die zahlreichen Vorteile, welche die Angliederung an Wien mit sich bringen würde. Deswegen hat er sich mit Hofbauer zusammengetan und eine Unterschriftenliste initiiert. Um die 150 Unterstützer haben die beiden bisher gesammelt.

„Meines Erachtens ist das Werben für das KG-Kennzeichen nur Ablenkung. Dieses bringt dem Bürger keine wirklichen Vorteile, denn im 19. Bezirk ist man mit einem KG-, TU- oder WU-Kennzeichen gleichermaßen unbeliebt“, findet Mikolasch die Kennzeichendiskussion überflüssig.

Bisher an die 150 Unterschriften

Auch eine Statutarstadt bringe dem Bürger keine wirklichen Vorteile – außer Polizeiagenden mit den Strafeinnahmen – und würde die Stadt einiges kosten.

Einen Grund, warum die Klosterneuburger Politiker nicht für den Wien-Anschluss werben, hat Mikolasch rasch gefunden. „Vermutlich halten die zwölf wegfallenden Stadtratsposten, die angeblich mit je 2.000 Euro monatlich dotiert sind, die Politiker davon ab“, mutmaßt er.

Argumente für eine Angliederung Klosterneuburgs an Wien gibt es laut Mikolasch mehr als genug. „Toll wäre natürlich endlich die Verwirklichung der Tarifzone 100 der Öffentlichen Verkehrsmittel bis Klosterneuburg. Zusätzlich kommt noch das kostengünstige Jahresticket um 365 Euro dazu“, führt Mikolasch als Hauptgrund an.

Außerdem erhofft er sich durch die mögliche Angliederung an Wien unter anderem den Zugang zum Gesundheits- und Spitalswesen, den Zugang zum geförderten Wohnbau vor allem für jüngere Generationen sowie umfangreiche Verwaltungsservicestellen.

„Man könnte das Gehalt von zwölf Stadträten einsparen.“ Gerhard Mikolasch, Mitinitiator der Liste

„Weiters kann man die zwölf Stadtratposten einsparen, was im Jahr etwa 300.000 Euro kostet. Auch Kompetenzstreitigkeiten zwischen Land und Stadt, wie beim neuen Zebrastreifen in Weidling, würden dann wegfallen. Wien bringt nur Vorteile“, ist der Weidlinger überzeugt.

Einen großen Vorteil sieht Mikolasch auch in einer Imageverbesserung bei internationalen Touristen, da man Wien besser kenne als Klosterneuburg.

Unterschriftenlisten zur Unterstützung der Aktion sind derzeit in Klosterneuburg im Umlauf. Für weitere Informationen: g.mikolasch@gmx.at.