Klosterneuburg , Wien

Erstellt am 24. April 2017, 13:09

von NÖN Redaktion

Sammlung Essl sorgt für Unruhe in der Museumsszene. Die Kontroversen rund um die Übernahme durch die Albertina reißen nicht ab.

„Mit der Albertina haben wir  |  Mario Kiesenhofer

Die Übergabe der Sammlung Essl als Dauerleihgabe an die Wiener Albertina löst in der Museumslandschaft weiterhin Unruhe aus. So ist im April Albertina-Kuratoriumsmitglied Günther Havranek zurückgetreten - weil „in diesem Deal die Grundsätze der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit nicht ausreichend transparent dargestellt“ seien.

Nach herber Kritik – zuletzt seitens des Museumsexperten Dieter Bogner – und einer Replik von Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder im „Kurier“ hat nun auch der Vorstand der Secession am vergangenen Freitag Kulturminister Thomas Drozda in einem offenen Brief aufgefordert, den Vertrag zwischen der Albertina und der SE-Sammlung Essl GmbH auflösen zu lassen.

Künstler befürworten Übernahme

Schröder hatte im Interview gemeint, es sei vorrangiges Interesse der Kulturpolitik, Kunst öffentlich zugänglich zu machen. „Dieses Ziel können wir jetzt ohne den Klosterneuburger Standortnachteil des Essl-Museums im Zentrum der Bundeshauptstadt realisieren.“

Das als Depot verwendete Essl Museum (Ausstellungsfläche: 3.200 Quadratmeter) liegt somit weiterhin brach. Einverstanden mit der Übernahme der Sammlung durch die Albertina sind namhafte Künstler: Georg Baselitz, Eva Schlegel, Erwin Wurm. Max Hollein (Fine Arts Museum of San Francisco) sieht „ein großes Glück für die Öffentlichkeit, dass das Ehepaar Essl sich in dieser Form fortwährend engagiert hat und dass nun die Albertina auf Dauer eine neue und adäquate Heimat bietet.“