Erstellt am 22. September 2015, 16:22

von Martin Gruber-Dorninger

Willi Eigner: „Mich hat keiner gefragt“. Landtagsabgeordneter Willi Eigner steht, angeblich ohne es gewusst zu haben, auf dem Antrag, der über die Zukunft des Bezirkes Wien-Umgebung entscheidet.

Der Klosterneuburger Landtagsabgeordnete Willibald Eigner steht ohne Zutun auf dem Antrag.  |  NOEN, NÖN
Die Aufregung rund um die Aufteilung der Gemeinden des Bezirks Wien-Umgebung zu bestehenden Bezirken ist nach wie vor groß. Vor allem das schnelle Handeln der NÖ Landesregierung überraschte den
einen oder anderen Bürgermeister, aber auch Landtagsabgeordnete. So erfuhr der Klosterneuburger Willi Eigner nach eigenen Angaben zum selben Zeitpunkt von der neuen Zuteilung wie Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. „Wir haben einander sofort angerufen“, stellt Eigner klar.

Eigner fürchtet nicht um Mandat im Landtag

Dass Eigner sein Klosterneuburger Mandat im Landtag durch die neue Bezirkseinteilung verlieren könnte, glaubt er nicht: „Wir sind bis 2018 gewählt. Danach muss sich die ÖVP ausmachen, wer kandidiert.

Klosterneuburg wird aber auch bei der neuen Bezirkseinteilung stark durch das Vorzugsstimmenmodell vertreten sein.“ Am Donnerstag kommt es im NÖ Landtag jedenfalls zur Einbringung eines Antrages durch die ÖVP. Es soll über zwölf Landesgesetze abgestimmt werden. Darin enthalten: Verwaltungsreform, sparsamer Umgang mit Steuergeld und dergleichen. Das Kuriose dabei: Willi Eigner wird bei diesem Antrag ebenfalls als Antragsteller angeführt. „Mich hat keiner gefragt. Ich sitze nicht im Verwaltungsausschuss“, ist Willi Eigner verwundert.

Was er nicht hinnehmen will, ist, dass sich Klosterneuburg als größere Stadt in dem Bezirk Tulln unterordnen muss. „Klosterneuburg ist die Wiege des Bundeslandes. Bei uns liegt der Landespatron begraben, bei uns wird jährlich der Landesfeiertag gefeiert“, wirbt Eigner um Anerkennung für seine Heimatstadt. Dies formulierte er auch in einem Brief an den Landeshauptmann und den VP-Klubobmann. Vor allem das Kfz-Kennzeichen solle ausdrücken, dass Klosterneuburg die größere Stadt ist. „Die Antworten waren negativ“,verrät Eigner.

Gerasdorfer wollen lieber zu Korneuburg

Ein ähnliches Schicksal wie Eigner ereilt auch den Gerasdorfer Landtagsabgeordnete Lukas Mandl. Noch vor der Sitzung im Landtag organisierte Gerasdorfs Bürgermeister Alexander Vojta eine Bürgerbefragung, ob Gerasdorf zum Bezirk Gänserndorf oder Korneuburg zugeteilt werden solle. 99 Prozent der Bürger entschieden sich gegen den Vorschlag des Landes und somit gegen Gänserndorf. Ob diese Befragung Einfluss auf die Landtagssitzung haben wird, ist noch ungewiss.