Erstellt am 27. Januar 2016, 05:58

von Martin Gruber-Dorninger

Zeit für die großen Entscheidungen. Beratungen / Schlüssel für Kasernenareal übergeben. Stadtgemeinde überlegt bereits Ankauf des Gebäudes der Bezirkshauptmannschaft. KLOSTERNEUBURG / Kaum ist der Kaufdeal des Kasernengeländes unter Dach und Fach, schon rumort es erneut in der Kassa der Stadtgemeinde.

Die Stadtgemeinde hält nun die Schlüssel zur Errichtung eines neuen städtischen Wirtschaftshofs sowie einer städtischen öffentlichen Hochgarage in der Hand. Karl Schmid, Roland Honeder, Fachoberinspektor Gerhard Kührer, Amtsdirektor Wolfgang Lehner und Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager bei der Schlüsselübergabe.  |  NOEN, SG Klosterneuburg

Kaum ist der Kaufdeal des Kasernengeländes unter Dach und Fach, schon rumort es erneut in der Kassa der Stadtgemeinde. Durch die Bezirksauflösung von Wien-Umgebung bekunden Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager und Co Interesse am bald leer stehenden Bezirkshauptmannschaftsgebäude.

In der Vorwoche wurden am Gelände der ehemaligen Magdeburgkaserne die Schlüssel für das neue Grundstück der Stadtgemeinde Klosterneuburg übergeben. „Wir haben nun Zugang zum Areal und schauen uns mögliche Zwischennutzungen an“, verrät Bürgermeister Stefan Schmuckenschlager. Vorhandene Gebäude wurden begangen, der Zustand überprüft und auch gleich mit der Begutachtung des kontaminierten Bodens begonnen.

„Wir wollen keine Zeit verlieren und alsbald ein Bild darüber haben, wie sehr der Boden verschmutzt ist“, erklärt Schmuckenschlager. Das Areal solle bis zum tatsächlichen Baubeginn nicht brach liegen. In weiterer Folge sollen darauf ein zentralisierter Wirtschaftshof, eine Parkgarage sowie öffentliche Verkehrsflächen entstehen. Mit welchen Kennzeichen diese Verkehrsflächen künftig von Klosterneuburgern befahren werden, ist noch offen. Eine diesbezügliche Unterschriftenaktion der ÖVP Klosterneuburg war jedenfalls sehr erfolgreich.

„Ohne großen Aufwand haben wir 550 Unterschriften gesammelt.“ Peter Hofbauer, Gemeinderat

„Wir zählen noch aus, es dürften aber fast 5.000 Unterschriften sein. Das zeigt, dass der Wunsch nach einem eigenen Kennzeichen weit verbreitet ist“, freut sich Schmuckenschlager über den hohen Zuspruch. Ob dieses Ergebnis auch beim Land NÖ Gehör findet, ist fraglich. „Meine Hoffnung liegt im Parallelbeispiel Gröbming. Auch dort wurde der Ort in eine andere Bezirkshauptmannschaft (Liezen; Anm. d. Red.) integriert und hat dennoch seine Nummerntafel behalten“, so Schmuckenschlager.

Mit dem Slogan „Lieber ein Nobelbezirk von Wien als ein Vorort von Tulln“, ging auch die Liste Peter Hofbauer auf Unterschriftenjagd. „Ohne großen Aufwand haben wir etwa 550 Unterschriften gesammelt“, ist das Ergebnis für Peter Hofbauer beachtlich. „Wir wollen die Varianten Klosterneuburg als Statutarstadt, als Bezirk von Wien oder als Stadt im Bezirk Tulln gleichwertig untersuchen lassen“, so Hofbauer.

Gebäude der BH geht über „Ladentisch“

Das Gebäude der Bezirkshauptmannschaft soll ebenfalls demnächst über den „Ladentisch“ gehen. Klosterneuburg hat sich ein Angebot legen lassen und will dieses nun selbst durch ein eigenes Gutachten bestätigen. Außerdem wurde eine Steuerungsgruppe gebildet, die über die Nachnutzung beraten soll. Die erste Sitzung erfolgt am Mittwoch. „Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung im März sollen erste Pläne stehen, dann kann auch gleich über den Kauf abgestimmt werden“, verweist Schmuckenschlager auf einen engen Zeitplan.