Erstellt am 07. Juni 2016, 15:14

von APA Red

18 Monate Haft für 34-Jährigen wegen Drogenschmuggels. 1,2 Kilogramm Kokain in 83 Bonbons verpackt - Festnahme am Flughafen Wien

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Wegen Suchtgiftschmuggels hat sich ein 34-jähriger Lette am Dienstag in Korneuburg vor einem Schöffensenat verantworten müssen. Er war im April am Flughafen Wien in Schwechat mit 1,2 Kilogramm Kokain, verpackt in 83 Bonbons, erwischt worden, und wurde zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Der Mann, der eine Wohnung in Amsterdam hat, war laut der Staatsanwältin im Auftrag zweier aus Nigeria stammender Kontaktpersonen, die er aber nicht persönlich getroffen hatte - einer nannte sich "Obama" -, in die Vereinigten Arabischen Emirate geflogen.

Dort nahm er von einem ihm unbekannten Schwarzafrikaner eine Tasche mit den als Zuckerln getarnten Drogen entgegen und flog von Dubai zurück. In Wien angekommen erhielt er eine SMS, wo er die Tasche abliefern sollte - dazu kam es aber nicht mehr, weil er am Airport in Schwechat nach der Passkontrolle angehalten wurde.

1.000 Euro "Schmuggelgebühr" für 1,2 kg Kokain

Seine Verantwortung, angenommen zu haben, dass es sich um einen Geldtransport handelte, wertete die Anklägerin als reine Schutzbehauptung.

Der Beschuldigte bekannte sich via Dolmetscherin schuldig, blieb aber anfangs dabei, über seine "Fracht" nicht Bescheid gewusst zu haben, was ihm Richter Helmut Neumar angesichts der dubiosen Umstände des Auftrags und der Drogenübergabe nicht abnahm.

Im Lauf der Verhandlung räumte der Mann dann ein, dass ihm der Schmuggel sehr wohl bewusst gewesen war. Seine Entlohnung hätte 1.000 Euro betragen.

Neumar zufolge wies das geschmuggelte Kokain 82,9 Prozent Reinheitsgehalt auf, war also "sehr guter Stoff". Ein Ermittler sagte im Zeugenstand, dass der 34-Jährige sich nach anfänglichem Leugnen kooperativ verhalten habe.

Drogenübergabe an "Obama" am Gürtel

Auf seinem Handy fand sich ein einziger Kontakt - von "Obama", in der SMS mit der Info für die Drogenübergabe war der Name eines Hotels am Gürtel angegeben.

Mildernd auf die Strafbemessung wirkten sich der bisher ordentliche Lebenswandel und das letztlich doch reumütige Geständnis aus.

Erschwerend war die "mehrfache Mengenüberschreitung" des Suchtgifts. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, weil die Staatsanwältin keine Erklärung abgab.