Erstellt am 13. Mai 2016, 03:04

von Michaela Höberth

Ärger über Krankentransport: Patient wartete vergeblich. Das Ehepaar Koy wollte mit dem Roten Kreuz ins Spital fahren, es kam aber niemand. Verantwortlicher betont: "Der Wagen wurde weggeschickt."

Josef Koy muss seinen Liegegips versorgen lassen. Da der Transport schwierig ist, wollte man den Krankentransport nutzen.  |  NOEN, Shutterstock/Andrey_Popov

"Das darf nicht sein" ist Renate Koy verärgert. Viele Jahre waren sie und ihr Mann Josef Mitglieder beim Roten Kreuz, haben die Organisation immer unterstützt. Nun wollen sie aus aktuellem Anlass nichts mehr davon wissen. „Mein Mann hat sich die Achillessehne gerissen und trägt einen Liegegips“, erzählt Koy.

Für die regelmäßige Versorgung muss das Paar ins Wiener Herz-Jesu-Spital fahren, was in einem gewöhnlichen Pkw kaum möglich ist. Daher empfahl ihnen ihre Hausärztin, den Krankentransport des Roten Kreuzes in Anspruch zu nehmen.

„Wir haben am Montag einen Termin für Mittwoch beim Roten Kreuz in Korneuburg vereinbart. Man hat uns gesagt, dass wir uns schon vor der geplanten Abfahrt bereithalten sollen“, so Koy. Gesagt, getan: Das Paar wartete auf einen Wagen – vergeblich. Der Termin beim Arzt rückte immer näher, also rief Koy beim Roten Kreuz an. „Man hat uns gesagt, dass derzeit viele Einsätze seien und dass man sich bei uns rühren würde“, erinnert sich Koy.

Doch auch diesmal wurde nicht Wort gehalten; eine weitere Stunde später war Koy das Warten leid und nahm die Hilfe eines Bekannten in Anspruch. „Der Transport war gefährlich, da mein Mann nicht normal sitzen kann. Und es war reines Glück, dass wir überhaupt noch behandelt worden sind“, ist sie wütend.

"Kann immer etwas passieren"

Um keine unnötigen Wege zu verursachen, sagte sie den Transport dennoch telefonisch ab, was, so Koy, gleichgültig und ohne Entschuldigung hingenommen wurde. Sie hat sich nach dem Vorfall beschwert und macht klar: „Es kann immer etwas passieren. Aber man hätte uns nicht so lange hinhalten dürfen!“

Für das Rote Kreuz hat sich der Fall jedoch ganz anders gestaltet: „Tatsächlich war in dem Zeitraum ein erhöhtes Einsatzaufkommen zu bewältigen und unser Fahrzeug konnte erst mit einer Verspätung von zirka einer Stunde am Abholort eintreffen.

Dort angekommen, wurde es unverrichteter Dinge wieder weggeschickt“, betont der Bezirksstellenverantwortliche für Rettungs- und Krankentransporte, Christoph Stadtschmitzer. Selbstverständlich hätte es eine Entschuldigung gegeben, wäre der Transport tatsächlich ausgeblieben. Auch eine Beschwerde ist laut Stadtschmitzer weder in der Rettungsleitstelle noch beim Roten Kreuz eingelangt.

Koy kann darüber nur den Kopf schütteln: „Das stimmt so nicht! Und mit Einsätzen haben die Krankentransporte nichts zu tun, dafür werden eigene Fahrzeuge verwendet“, hat sie sich informiert.