Erstellt am 06. April 2016, 05:04

von Markus Glück

Alte Au: ÖVP fordert Modernisierung. Ideen von Andrea Völkl und Gerhard Dummer finden auch bei FP-Sport-Stadtrat Erwin Kube Anklang.

Die ÖVP wünscht sich eine Attraktivierung des Sportzentrums Alte Au. Die rot-blaue Stadtregierung zeigt sich für neue Ideen offen und sucht das Gespräch. Mehr eingebunden soll auch das Rauch-Heim (im Bildhintergrund) werden.  |  NOEN, Markus Glück

Knapp eine Million Euro an Minus machte das Sportzentrum Alte Au im Jahr 2015. Zu viel, wie VP-Parteichefin Andrea Völkl kritisiert: „Man muss versuchen, die Alte Au zu beleben.“ Bereits im Rahmen des Stadterneuerungsprozesses wurde dafür im Jahr 2014 ein Konzept erarbeitet.

Neben dem sportlichen Aspekt wurden darin auch bau- und energietechnische sowie wirtschaftliche Faktoren eingebunden. „Die Erstellung eines Masterplans für die Alte Au hätte die Stadtgemeinde Stockerau dank Unterstützung von Ecoplus nur 12.000 Euro gekostet“, bedauert VP-Gemeinderat Gerhard Dummer, dass die Fördermöglichkeit mittlerweile ausgelaufen ist.

„Eine wettbewerbsfähige Laufbahn würde Millionen
kosten. Ich glaube nicht, dass sich eine derartig
Summe rechnen würde.“
Erwin Kube, Sport-Stadtrat

Für den VP-Mandatar hat die Sportstätte neben einer guten Anbindung und vielen Sportvereinen im Umfeld ein enormes Potenzial, welches aber nur bei einer Generalsanierung ausgeschöpft werden kann: „Wir haben bis jetzt immer nur das Nötigste repariert. Es braucht aber langfristige Lösungen.“

Die Vorschläge sind dabei vielfältig: So interessiert sich der Alpenverein laut ÖVP für die Installation einer Kletterwand. Der Wechsel von einer Aschen- zu einer Tartanbahn würde das Trainingsangebot zusätzlich erweitern. „Wir haben ein enormes Einzugsgebiet und liegen strategisch günstig“, glaubt Völkl, dass Verbesserungen Sportler anlocken würde.

Kube: "Privatisierung wäre nicht der richtige Weg"

Dummer denkt dabei noch weiter: „Eine Modernisierung würde die Chance eröffnen, Sportwochen von westlichen Bundesländern bei uns abzuhalten, die zugleich die Bundeshauptstadt besuchen wollen.“ Daneben könnte auch das Rauch-Heim als Unterkunft für Sportler adaptiert werden. Eine Idee, die auch FP-Sportstadtrat Erwin Kube gefällt: „Auch mir wäre das ein Anliegen. Man könnte die Vermarktung dem Pächter der Sporthalle anbieten.“

Eine Attraktivierung des Sportzentrums und eine Reduktion des Minus ist auch Kubes Wunsch. Beispielsweise könnte man die Milleniumshalle so umbauen, dass dort Kabinen untergebracht werden, so der Sportstadtrat.

Skeptisch zeigt sich Kube ob der Idee von Sportwochen für Schüler der westlichen Bundesländer. „Eine wettbewerbsfähige Laufbahn würde Millionen kosten. Ich glaube nicht, dass sich eine derartig hohe Summe rechnen würde“, meint Kube.

Laab: "Werden uns mit Gedanken der ÖVP beschäftigen"

Dass Dummer auch an eine Privatisierung der Sporthalle denkt, widerstrebt dem Sport-Stadtrat: „Man muss flexibel sein, eine Privatisierung wäre aber nicht der richtige Weg.“

SP-Bürgermeister Helmut Laab zeigt sich von den Überlegungen angetan. „Wir werden uns mit den Gedanken der ÖVP beschäftigen und schauen, welche Überlegungen wir in die Thematik einfließen lassen können“, zeigt sich das Stadtoberhaupt gesprächsbereit. Gegenüber der NÖN betont er: „Wenn Ideen da sind werden wir gemeinsam ein Konzept erarbeiten.“