Erstellt am 31. Januar 2012, 00:00

Auf den Spuren der Sterne. LESUNG / Der Verein Keltenberg Sternwarte Oberleis ist nach Großmugl übersiedelt. Hier werden zwei Teleskope aufgestellt, auch ein Planetenweg ist schon in Planung.

Ludwig Grandy, Dr. Christian Pinter mit seinem Buch, Karl Schillinger und Martin Brodicky, der für die Technik verantwortlich war.RATHAUSCHER  |  NOEN
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VON DIETER RATHAUSCHER

GROSSMUGL / Nur ein ’G‘ unterscheidet einen Gastronomen von einem Astronomen. Karl Schillinger ist beides: Er ist ein bekannter und beliebter Gastronom und er hat seine Liebe zur Astronomie entdeckt. Jetzt ist es ihm gelungen, eine Reihe von Vorträgen des Vereins Keltenberg Sternwarte Oberleis in seinem Restaurant zu organisieren.

Bei der ersten Veranstaltung am 26. Jänner las der bekannte Publizist Dr. Christian Pinter aus seinem Buch „Helden des Himmels“ das Kapitel über Galileo Galilei vor. Er ist nicht nur ein guter Schriftsteller, sondern auch ein sehr begabter Vortragender, und so gelang es ihm, die Zuhörer, der Großteil von ihnen Amateurastronomen, mit seiner Lesung zu fesseln. Sein Vortrag wurde auch als „Live Stream“ übers Internet befreundeten Astronomenvereinen zugänglich gemacht.

Diese Vortragsreihe ist nur ein weiterer Puzzlestein im Bemühen, die Gemeinde zum „Großmugl an der Milchstraße“ zu machen. Wie kam es dazu? Ludwig Grandy, Schriftführer des Vereins Keltenberg Sternwarte: „Aus einer astronomischen Interessentengruppe vom Naturpark Leiserberge hat sich der Verein gebildet. Letzter Auslöser war die Möglichkeit, ein sehr großes Teleskop sehr günstig zu erwerben.“

Sternwarte wird auf Grund  von Schillinger errichtet

Für dieses Teleskop brauchte man einen festen Standort, und die Archäologen am Leiserberg wollten einem fixen Gebäude in ihrem potenziellen Grabungsgelände nicht zustimmen. Und so kam Großmugl zum Zug, das auf Grund seines wenig „lichtverseuchten“ Sternenhimmels geradezu prädestiniert ist. Karl Schillinger hat der Errichtung dieser geplanten Sternwarte auf seinem Grund zugestimmt. Zur Zeit steht bereits ein Container als Provisorium zur Verfügung, ein festes Gebäude mit verschiebbarem Dach ist in Planung. Es wird zwei Teleskope beherbergen. Diese Sternwarte ist auch der Grund, warum sich der Verein in Zukunft in Großmugl treffen wird und mit der monatlich stattfindenden Vortragsreihe begonnen hat.

„Planetenweg“ soll den  Tourismus weiter ankurbeln

Die Gemeinde hat aber noch einen weiteren Plan, um den „Sternentourismus“ weiter zu fördern. Karl Schillinger: „Wir werden einen „Planetenweg“ einrichten, das ist ein 5,3 Kilometer langer Rundwanderweg, der die Position der Planeten unseres Sonnensystems maßstabsgetreu widerspiegeln soll. Ausgehend von der Sonne am Ort der Sternwarte kommt man an allen Planeten vorbei, bis man beim entferntesten, dem Neptun, wieder umkehrt und dann an diversen Stationen mit Lehr- und Informationstafeln wieder zum Ausgangspunkt zurück kehrt.“ Eine großteils vom Land finanzierte Studie zweier Unternehmensberater soll die Machbarkeit und das touristische Potenzial dieses umfangreichen Vorhabens erarbeiten. Auch das Bemühen um Anerkennung des Großmugler Sternenhimmels durch die UNESCO als Weltkulturerbe wird weiter verfolgt, und zwar jetzt gemeinsam mit Lake Tecapo in Neuseeland, quasi dem Antipoden von Großmugl.