Erstellt am 22. September 2015, 07:38

von Bernhard Preineder

Aus für Oldtimertreffen. Günter Schöller wirft das Handtuch. Er ist verärgert und will sich nicht mehr über Repressalien aufregen müssen. Korneuburgs Stadtchef Gepp will jetzt ein Vier-Augen-Gespräch suchen.

Günter Schöller, der Obmann des Oldtimerclubs-Korneuburg: »Wenn einem immer nur Prügel vor die Füße geschmissen werden, dann verliert man irgendwann die Freude an der Sache. Foto: Preineder  |  NOEN, Preineder

Seit zehn Jahren organisiert der Obmann des Oldtimerclubs Korneuburg Günter Schöller das jährliche Treffen in der Bezirkshauptstadt.

Dass er just nach dem Jubiläumsjahr das Handtuch wirft, führt er auf die Prügel zurück, die ihm seitens einiger Vertreter der Wirtschaft, aber auch der Stadt vor die Füße geworfen worden wären. „Für mich ist die Entscheidung endgültig. Ich habe keine Nerven mehr dafür und ich mag unter solchen Umständen ein solches Event auch nicht mehr organisieren.“

„Musste leider 60 Personen kurzfristig absagen“

Was war passiert? Schöller schildert ungeschminkt die Rallye, die er zu bewältigen hatte, um den Wünschen der Bürokratie und vielleicht auch einiger Neider gerecht zu werden, ohne dabei aber Namen nennen zu wollen.

„Ursprünglich war die Sperre der Hauptstraße von der Bezirkshauptmannschaft genehmigt worden“, macht er sich gegenüber der NÖN Luft, „nur einigen Herren vom städtischen Bauamt passte das gar nicht und sie entzogen mir die Bewilligung.“

Zudem wären ihm viel zu wenig Parkplätze zur Verfügung gestanden. Das alles hatte zur Folge, dass statt der ursprünglich 140 Teilnehmern nur mehr 80 an der Veranstaltung teilnehmen konnten. „Ich musste leider 60 Personen kurzfristig absagen“, so Schöller konsterniert.

„Neun Jahre wurde kein Bescheid verlangt!“

Und dann kam auch noch das Tüpfelchen auf dem „i“. Schöller verärgert: „Am Vorabend des Events wurde ich von zwei Stadtvertretern gefragt, ob ich einen Bescheid für das Aufstellen des Festzelts hätte. In den letzten neun Jahren hatte ich einen solchen nie gebraucht. Warum dann ausgerechnet dieses Jahr?“ Man würde halt Gnade vor Recht ergehen lassen und beide Augen zudrücken, wäre die für ihn als selbstherrlich empfundene Antwort gewesen.

Und auch der Vorschlag einer Dame von der Wirtschaftskammer ging in die gleiche Richtung, nämlich das Treffen zu unterbinden.

Der Tipp, man könne es doch jährlich in einer anderen Gemeinde, etwa Horn, Mistelbach oder Hollabrunn, und dann erst wieder in Korneuburg ausrichten, brachte Schöller auf die Palme: „Diese Veranstaltung ist eine Korneuburger Institution und sollte es auch bleiben. Was hätte sie in Mistelbach verloren?“ Probleme gab es zudem mit den Werbebannern der Sponsoren, die an eher ungünstiger Stelle aufgestellt werden mussten.

„Ich mache das alles doch nicht für mich, sondern für die Freunde von Oldtimern und aus Liebe zur Stadt“, ärgert er sich über die Repressalien. Er versteht auch den Widerstand einiger Wirtschaftstreibender nicht: „Vor fünf Jahren fragte ich bei den Geschäftsleuten nach. 70 von 72 waren für die Veranstaltung. Eigentlich sollten auch sie davon profitieren.“

Wirtschaftstadtrat Andreas Minnich überrascht: „Ich habe von all dem nichts gewusst.“ Bürgermeister Christian Gepp will sich noch diese Woche mit Schöller treffen, um die Angelegenheit unter vier Augen zu besprechen. Für Schöller steht fest: „Ich werde mit Sicherheit kein Oldtimer-Treffen mehr organisieren, möchte mich aber noch bei allen Sponsoren bedanken, die uns in den letzten zehn Jahren unterstützt haben.“