Erstellt am 24. Januar 2018, 05:00

von NÖN Redaktion

Am runden Tisch: Fünf Fragen an die Spitzenkandidaten.

von links nach rechts: Christian Gepp (ÖVP), Martin Peterl (SPÖ), Alexandra Adler (Grüne), Robert Koppensteiner (FPÖ) und Elmar Pittracher (NEOS)  |  NÖN, flickr, privat

Welches Bezirksthema würden Sie als Landtagsabgeordnete/r als erstes anpacken?

Christian Gepp: Das Thema Standortbelebung (Bildung, Infrastruktur, …) und Arbeit, eng verbunden mit Mobilität.

Martin Peterl: Das Thema Wohnbau. Wenn künftig für gute Lagen Zuschläge möglich sind, werden viele Mieter im Umkreis von Wien wohl 25 % mehr für ihre Wohnungen zahlen müssen.

Alexandra Adler: Mindestens 30 % Anteil an regionalen Bio-Lebensmitteln in Schulen/Kindergärten, schrittweise Anhebung des Anteils, Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung: Kein Gift im Essen!

Robert Koppensteiner: Durchforstung des „Förderdschungels“, klare Vorgaben und unabhängige Vergaben.

Elmar Pittracher: Das der überregionalen Zusammenarbeit. Beim Projekt PVZ hat man nicht über den Tellerrand geschaut.

Über ein Drittel aller Arbeitslosen im Bezirk ist über 50 Jahre alt. Wie schaut Ihr politisches Rezept aus?

Christian Gepp: Wie die Stadtgemeinde Korneuburg es macht: den Betroffenen die Möglichkeit geben, eine neue Herausforderung zu finden. Es wäre gut, wenn viele unserem Beispiel folgen.

Martin Peterl: Es muss auf die Weiterführung der Aktion 20.000 und den Beschäftigungsbonus gedrängt werden. Allein im Bezirk wären mit der Aktion bis zu 250 neue Arbeitsplätze möglich gewesen.

Alexandra Adler: Beibehaltung der Aktion 20.000, da diese gezielt Gemeinden, aber auch gemeinnützige Vereine und Sozialunternehmen dazu anhält, Jobs für 50plus zur Existenzsicherung zu schaffen.

Robert Koppensteiner: Den Arbeitgebern verdeutlichen, wie wertvoll Arbeitnehmer über 50 für ihre Betriebe sind. Bedarfsgerechte Aus- und Weiterbildung intensivieren.

Elmar Pittracher: Es müssen mehr Anreize und Angebote zur Weiterbildung genau für solche Arbeitnehmer geschaffen werden.

Orten Sie Handlungsbedarf bei den Kinderbetreuungseinrichtungen? Wenn ja, welchen?

Christian Gepp: Es ist ein gutes Netz an Einrichtungen vorhanden, das aber punktuell noch erweitert werden soll, mit Einbeziehung der Eltern und deren Bedürfnissen.

Martin Peterl: Die Schließzeiten der Kindergärten sind zu reduzieren, wir fordern gratis Kinderbetreuung auch am Nachmittag und mehr Kleinkindergruppen.

Alexandra Adler: Fehlende Betreuungseinrichtungen für unter 2,5-Jährige, kein Rechtsanspruch auf Betreuungsplatz ab einem Jahr, Finanzierung muss gesichert sein.

Robert Koppensteiner: Öffnungszeiten von Kindergärten, Tagesstätten und Schulen sind an die Bedürfnisse der Familien anzupassen.

Elmar Pittracher: Unbedingt! Primär müssen Öffnungszeiten besser an die Erfordernisse angepasst werden.

Was unterscheidet Sie von Ihren politischen Mitbewerbern?

Christian Gepp: Ich kann auf lange Erfahrung im Gemeinderat und als Bürgermeister sowie auf einen Politikstil des Miteinanders verweisen.

Martin Peterl: Die SPÖ hat zehn Leitprojekte für NÖ und 100 Projekte für die Bezirke erarbeitet. Wir vertreten die Politik des kleines Mannes.

Alexandra Adler: Fokus auf Frauen sowie Umwelt- und Klimaschutz! Öffi-Offensive statt Emissionen aus Straßenverkehr.

Robert Koppensteiner: Mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Kommunalpolitik, stets kritisch, aber immer lösungsorientiert.

Elmar Pittracher: NEOS stehen für keine neuen Schulden, 100 % Transparenz und maximale Investition in Bildung.

Bei welchem Wahlergebnis (auf Landesebene) würden Sie von einem Erfolg sprechen?

Christian Gepp: Jedes Ergebnis, das über den zuletzt veröffentlichten Umfragen liegt, wäre sehr gut und zufriedenstellend.

Martin Peterl: Unser Wahlziel ist es, die Absolute der ÖVP zu brechen und als SPÖ stärker zu werden. Solange eine Partei alles alleine entscheiden kann, wird sie die zweite Meinung nicht hören.

Alexandra Adler: Wenn wir merken, dass unsere Angebote an die Niederösterreicher und -innen angekommen sind und wir weiterhin starke Oppositions- und Kontrollarbeit machen können.

Robert Koppensteiner: Mindestens eine Verdoppelung des Ergebnisses von 2013 sollte unbedingt gelingen.

Elmar Pittracher: Für eine junge Bewegung wie NEOS ist es ein Riesenerfolg, unter schwierigen Bedingungen und mit kleinem Budget aus eigener Kraft einzuziehen.