Korneuburg

Erstellt am 18. Januar 2018, 05:00

von Michaela Höberth und Veronika Löwenstein

Leistbares Wohnen wird zum Wahlkampf-Thema. Opposition will vor allem jungen Menschen mehr Möglichkeiten bieten. VP kontert: „Gab nie so viel sozialen Wohnbau!“

Das Wohnen im Bezirk wird noch teurer werden. Für die Oppositionsparteien braucht es daher leistbare Wohnmodelle.  |  Bilderbox.com

Ganz klar: Wohnen im Bezirk ist teuer, was leistbaren Wohnraum für die SPÖ zum Kernthema macht. Dass der Bezirk ein Wachstum von 8,1 Prozent aufweist, spüre man im Wohnungsmarkt. 4.500 Menschen seien aktuell auf der Suche nach leistbarem Wohnbau, weiß SP-Bezirkskandidat Martin Peterl.

Peterl: "Sind nicht der goldene erste Bezirk von Wien"

„Genossenschaftswohnungen mit einem Genossenschaftsanteil von 35.000 Euro sind für mich kein leistbares Wohnen“, spielt er auf die Wohnbautätigkeit in der Stadt Korneuburg an. Sein Vorschlag wären Baurechtsgrundstücke für Genossenschaftswohnungen. „Wir sind nicht der goldene erste Bezirk von Wien. So kann man keine Korneuburger halten, sondern zieht die Menschen aus Wien an.“

FP-Kandidat Robert Koppensteiner fordert vor allem mehr Möglichkeiten für die Jugend: „Speziell für junge Menschen oder Jungfamilien sollte es Startwohnungen geben. Im ländlichen Bereich ist aber auch die Schaffung von günstigen Baugrundstücken sehr wichtig, um die Jungen in den Gemeinden zu halten“, ist Koppensteiner überzeugt.

Auch die Grünen und die NEOS denken in Sachen leistbarer Wohnraum an die jungen Bewohner im Bezirk. Alexandra Adler, Kandidatin der Grünen, versteht unter „leistbar“ darüber hinaus auch thermische Sanierungen und eine gute öffentliche Anbindung. „Durch die Kürzung von Sozialleistungen in NÖ wird die Wohnsituation für Betroffene besonders prekär.“

Gepp: "Noch nie so viel sozialer Wohnbau wie jetzt"

Sie fordert transparente Vergaberichtlinien und die Zweckwidmung von Wohnbauförderungsgeldern. Für NEOS-Kandidat Elmar Pittracher steht fest: Die Nachfrage nach Wohnraum wird weiter steigen, daher liegt es an den Gemeinden, Wohnraum außerhalb des Hochpreissegments zu schaffen. „Außerdem haben wir jetzt noch die Möglichkeit, die Vergrößerung vorausschauend zu planen, ökologisch verträglich zu machen und verschiedene Widmungen aufeinander abzustimmen“, appelliert er.

Einzig die ÖVP legt beim Thema Wohnen andere Schwerpunkte: „Es gab noch nie so viel sozialen Wohnbau wie jetzt“, macht VP-Bezirkskandidat Christian Gepp klar. Der Listenzweite Manfred Weinhappel will Ortskerne im ländlichen Bereich als Wohnraum wieder attraktiver machen. „Dafür müssten die Entsorgungs- und Abbruchkosten von alten Häusern gesenkt werden“, sieht er hier eine politische Verantwortung.