Erstellt am 19. Juli 2017, 05:00

von Veronika Löwenstein

Über 4.000 Tonnen Abfall im Jahr 2016. Mit Bevölkerung ist auch Müllaufkommen in den letzten Jahren gewachsen.

Demnächst bietet der Abfallverband knallige, umweltfreundliche Tragtaschen an, wie sie Verbandsobmann Günter Trettenhahn zeigt. Geschäftsführer Gerhard Münzker präsentiert die Müllbilanz.  |  Löwenstein

4.205 Tonnen Restmüll haben die Einwohner des Bezirks Korneuburg im Jahr 2016 produziert. Die Tendenz ist bedingt durch das Bevölkerungswachstum steigend. Um 100 Tonnen ist der Wert innerhalb eines Jahres angestiegen.

"Viel Restmüll im Sperrmüll"

Dass Gemeinden wie Ernstbrunn höhere Pro-Kopf-Verbrauchsmengen haben als andere Gemeinden, ist für den Obmann des Abfallverbandes Korneuburg Günter Trettenhahn erklärbar: „Es gab im Abfallsammelzentrum eine Aktion scharf, weil im Sperrmüll auch viel Restmüll gelandet ist.“

Dabei sei der Unterschied ganz einfach, erläutert er: „Sperrmüll ist Restmüll, der nicht in die Mülltonne passt. Ein Teppich ist Sperrmüll, Teppichreste sind Restmüll“, veranschaulicht er. Ähnliche Kontrollen der Sperrmüll-Behälter hat es auch in Niederhollabrunn gegeben.

Die klassischen „ungarischen Sperrmüllbrigaden“, die ihre Sammlung mittels Zettel ankündigen, gibt es nur noch vereinzelt. Das Problem ist mit dem Ende der mobilen Sammlungen fast verschwunden, weiß Geschäftsführer Gerhard Münzker aus Erfahrung. Sollten doch Fälle auftreten, wird die Polizei eingeschaltet.

Soviel Abfall haben die zwölf Gemeinden des Abfallverbandes in den Jahren 2016 (violett), 2015 (gelb) und 2014 (blau) produziert.  |  Abfallverband Korneuburg

Stolz ist man auf die Trennquote, die bei den niederösterreichischen Abfallverbänden 65 Prozent beträgt (Österreich-Wert: 60 %). „Wo es größeren Wohnbau gibt, funktioniert die Mülltrennung nicht so gut“, erklärt Trettenhahn. „Das liegt und steht mit der Aufklärung“, ist er sich bewusst. Im Bezirk Korneuburg setzt man deshalb schon bei den Kindern an. „Kinder sind die wirkungsvollsten Multiplikatoren“, ergänzt der Obmann. Die wiederverwertbare Trinkflasche, die der Abfallverband am Schulbeginn verteilt, heißt nicht mehr Emil, sondern Dora. Und sie ist schlanker geworden, damit sie besser in die Schultasche passt.

Dem Abfallverband stehen aber auch organisatorisch spannende Zeiten bevor. Immerhin sieben Bezirksgemeinden gehören noch immer nicht zum Verband. Aufgrund von langfristigen Verträgen ist eine Änderung nicht so einfach, 2018 laufen die 15-Jahres-Verträge aber nun aus. In diesem Herbst könnte es erste Entscheidungen geben. „Wenn eine Stadt im Boot ist, dann sind die anderen auch mit dabei“, ist sich Trettenhahn sicher.

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