Erstellt am 13. April 2017, 05:00

von Alexandra Frantz

Ist Rundweg nun privat?. Noch immer sorgt das Feuchtbiotop in Oberrohrbach für Gesprächsstoff. Den Grünen fiel bei einem Spaziergang auf, dass das Gebiet nur mehr über den Feldweg zugänglich ist.

Das Biotop soll ein Rückzugsort für bedrohte Tiere wie Libellen, Amphibien und Vogel sein.  |  privat

Die Grabungsarbeiten und Schlägerungen, die vergangenes Jahr beim Biotop in Oberrohrbach durchgeführt wurden (die NÖN berichtete), haben nach wie vor Auswirkungen auf die Tier- und Pflanzenwelt. „Die Natur tut sich offensichtlich schwer, das Biotop zurückzuerobern“, sagt Grünen-Gemeinderat Rudolf Stroissnig im NÖN-Gespräch.

Seit einem Jahr verpachtet

Eigentlich sollte das Feuchtbiotop ja ein Rückzugsraum für bedrohte Tierarten wie Libellen, Amphibien und viele verschiedene Vögel sein. „Derzeit kann man hier aber wenig Leben beobachten“, ist der Mandatar über den Zustand etwas besorgt.

Seit einem Jahr ist das Biotop verpachtet. In den Auflagen des Pachtvertrags ist die fachgerechte Pflege des Feuchtgebiets festgehalten, der öffentliche Zugang muss gewährleistet bleiben und eine wirtschaftliche Nutzung ist untersagt.

„Die Natur tut sich offensichtlich schwer, das Biotop zurückzuerobern. Man sieht aber einzelne Erfolge.“Rudolf Stroissnig, Grünen-Gemeinderat

Bei einem kürzlich angesetzten Lokalaugenschein fiel den Grünen eine Änderung auf: „Früher war es möglich, von Unterrohrbach kommend am Ende des Waldes zum Biotop zu wandern und dann über einen Feldweg wieder auf den asphaltierten Weg neben dem Rohrbach zurückzukehren“, stößt Stroissnig die Tatsache sauer auf.

Nun ist der Weg neben dem Wald begrünt und abgesperrt. Der Zugang zum Biotop sei nur mehr über den Feldweg gegeben, ein Entlangwandern nicht mehr möglich. Der Rundweg sei Privatgrundstück.

VP-Ortsvorsteher Johann Reinsperger kann den Wirbel um das Biotop nicht nachvollziehen. „Die Vegetation hat sich schon letzten Sommer gut erholt“, erklärt er. Auch die Aufregung um den Zugang versteht er nicht. „Über den Feldweg kann das Biotop gut erreicht werden. Auf der Gemeinde liegt ein Plan auf, hier ist alles gut ersichtlich. Wer Interesse hat, kann sich diesen gerne besorgen“, lässt er wissen.

Die Grünen befürchten, dass sich das Biotop nur schwer von den Schlägerungenim vergangenen Sommer erholt. VP-Ortsvorsteher Josef Reinsperger ist da anderer Meinung.  |  privat

Einen Lichtblick gibt es für die Grünen dennoch: „Wir haben Spuren von Bibern ausgemacht. Sie untergraben die Uferzonen, die dann einstürzen und neue Lebensräume für Pflanzen und Tiere schaffen“, sp Stroissnig. An die Besucher appelliert er, aufzupassen, damit niemand in einer dieser Höhlen einbricht.

In Summe sieht der Grünen-Mandatar für das Biotop noch nicht schwarz: „Unserer Meinung nach kann es sich regenerieren, gute Ansätze sind da.“ Er spricht dabei den vereinzelten Pflanzenwuchs und Froschlaich im ufernahen Bereichen an. Auch die Biberfamilie helfe hierbei mit.