Bisamberg

Erstellt am 15. Mai 2017, 08:24

von Bernhard Preineder

Post-Projekt: Sorge um Anrainer. VP-Bürgermeister setzt sich nun für Stopp des Post-Projekts ein – ein „Drüberfahren“ über die Bürger gehe hier gar nicht.

Ein Besuch des Postverteilerzentrums in Allhaming hat Bürgermeister Trettenhahn umgestimmt – er ist nun grundsätzlich gegen die Errichtung.  |  privat

Wenn schon, denn schon – nämlich mit ganzem Herzen. Für viele überraschend schloss sich VP-Bürgermeister Günter Trettenhahn der privaten überparteilichen Bürgerinitiative gegen das Postverteilerzentrum an und engagiert sich jetzt für einen vollkommenen Stopp, etwa mittels Beteiligung an der Sperre der A22 oder mit einem Besuch in Allhaming und beim Bürgeranwalt.

Überraschend ist das deshalb, weil es nicht das Projekt selbst war, gegen das er sich vorerst stemmte, sondern die zu erwartende Verkehrsbelastung. „Es war mir im Laufe der Entwicklungen klar, dass es keine akzeptable Lösung sein kann, den gesamten Verkehr über die überlastete B3-A22-Kreuzung zu führen“, begründete er den Meinungswechsel. Kreisverkehr oder Stichstraße wären für ihn als Lösungen nicht geeignet.

"Nicht über die Köpfe der Anrainer hinweg"

Aufgrund einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Thema gab es immer mehr Punkte, die ihm sauer aufstießen, darunter auch, dass man ein solches Megaprojekt nicht über die Köpfe der Anrainer hinweg durchführen kann. Spätestens seit seinem Besuch in Allhaming, wo ebenfalls ein Postverteilerzentrum errichtet wurde, und persönlichen Gesprächen mit dem dortigen Bürgermeister wurde ihm klar, dass nicht nur das Verkehrsthema, sondern auch der Betriebslärm und die Lichtemissionen der Anlage in unmittelbarer Nähe eines Wohngebiets nicht vereinbar sind.

Trettenhahn weiß auch: „Dazu kommt noch die in Langenzersdorf angedachte Öffnung eines weiteren riesigen Betriebsgebiets, das verkehrsintensive Unternehmen und Logistikparks mit allen Begleiterscheinungen anziehen wird.“

Für ihn kommt deshalb nur ein anderer Standort in Frage. Wie er im NÖN-Gespräch erklärte, wäre ein Areal in Gerasdorf dafür prädestiniert, wo es bezüglich Anrainer keine Pro-bleme geben würde. Ein Stopp des Postprojekts in Langenzersdorf ist für ihn somit ein absolutes Muss.