Erstellt am 21. November 2015, 05:03

von Veronika Löwenstein

Bleiben nur Schulden?. Carola Rabl steht mit zwei Pflegekindern und einem alten, baufälligen Haus alleine da. Jetzt droht der Verlust des Hauses.

Carola Rabl mit der 150 Punkte umfassenden Mängelliste. Viel hat sie schon erledigt.  |  NOEN, Löwenstein

Carola Rabl kann nur noch hoffen. Sie hofft auf ein Weihnachtswunder. Andernfalls verliert sie ihr Haus, in dem sie mit ihren beiden Pflegekindern im Alter von 13 und 15 Jahren lebt.

Im Jahr 2001 hat sie das alte Bauernhaus gemeinsam mit ihrem Mann gekauft. Der hat die Familie vor zwei Jahren verlassen, das Scheidungsverfahren läuft, die alleinerziehende Mutter steht vor dem Nichts. Kredite laufen, viel Geld und Arbeit hat sie in das baufällige Haus gesteckt. Unterhalt für die Kinder bekommt sie keinen, weil es sich nicht um den leiblichen Vater handelt.

„Ich habe Angst, dass wir unser Zuhause verlieren“, sagt Rabl mit Tränen in den Augen. Schuld gibt sie auch dem österreichischen Rechtssystem. „Es gewinnt, wer sich den besseren Anwalt leisten kann. Das sind in der Regel die Männer“, zieht sie Bilanz aus den bisherigen Gerichtsterminen. Sie fürchtet, dass am Ende nur ein Schuldenberg übrig bleibt, während das Haus weg ist.

Von 150-Punkte-Liste schon vieles repariert

Dabei hat sie in den letzten Jahren viel Energie in das alte Haus gesteckt. Eine Liste mit 150 Punkten hat sie gemacht, alles Mängel, die behoben werden müssen. „Vieles habe ich schon geschafft“, sagt sie, 40.000 Euro hat sie investiert. Am Ende könnte trotzdem alles umsonst gewesen sein. 100.000 Euro braucht die Mutter, „Sanierung und Kredit, beides auf einmal geht nicht.“

Um die kleine Familie über Wasser zu halten, hat sie einen Vollzeitjob in Wien angenommen, gesundheitlich angeschlagen, und mit schlechtem Gewissen, denn die Zeit fehlt ihr für die ohnehin schwer vorbelasteten Kinder. Das Haus will sie unbedingt retten, obwohl ihr manchmal die Energie ausgeht. Für ihre Kinder will sie weiter kämpfen. „Die Situation ist für sie sehr belastend, denn es sind Pflegekinder, sie haben schon einmal alles verloren.“