Erstellt am 21. Oktober 2015, 05:02

von Veronika Löwenstein

„Konflikte sind hier vorprogrammiert“. Vor allem Eltern von SPZ-Schülern sehen den Standort kritisch. LAbg. Haller will sich für einen neuen Platz stark machen.

Schon Mitte dieser Woche sollen die Container bezogen werden. Zumindest drei Jahre sollen sie in unmittelbarer Nähe des SPZ 60 Asylwerbern Platz bieten.  |  NOEN, Löwenstein

Die Überraschung war selbst bei der Stadtgemeinde Korneuburg groß: Statt wie angekündigt am Areal des Landesjugendheims wurden die 40 Container für die 60 Asylwerber in unmittelbarer Nähe des Sozialpädagogischen Zentrums (SPZ) platziert.

Von dort regt sich jetzt auch Widerstand. „Es gibt schon jemanden, der sein Kind deshalb aus der Schule nimmt“, bedauert SPZ-Direk-torin Elisabeth Wais. Rund ein Drittel der Eltern hätten ein Problem mit dem Standort, schätzt sie.

„Ich habe schon viele Anrufe von Eltern der Schulkinder bekommen“, bestätigt auch LAbg. Hermann Haller (ÖVP). Er kann sich selbst nicht erklären, wa-rum das Land NÖ den Standort plötzlich umdisponiert hat. „Ich weiß nicht, wie das gelaufen ist“, ärgert sich Haller.

Gepp: "Erst zwei Tage davor informiert"

Das Argument, dass das Pflegeheim am ursprünglich geplanten Standort in zwei Jahren gebaut werden soll, lässt er nicht gelten, zu oft sei das Projekt in den letzten Jahren schon verschoben worden. Haller will sich jetzt für einen Standortwechsel einsetzen. „Ich glaube nicht, dass die Container dort stehen bleiben, wo sie jetzt stehen“, lässt er wissen.

Bis kurz vor der Aufstellung der Container wurde auch die Gemeinde nicht informiert. „Ich wurde erst bei der Einreichung, zwei Tage vor der Aufstellung, unterrichtet“, sagt VP-Bürgermeister Christian Gepp. Dass es Bedenken gibt, weiß auch der Stadtchef. „Es ist nicht der optimale Standort, das ist uns klar. Aber es ist eine Entscheidung des Landes“, verweist er.

AHS-Direktor: "Gemeinsame Projekte vorstellbar"

Kein Blatt vor den Mund nimmt sich VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser mit ihrer Kritik: „Konflikte sind an dieser Stelle vorprogrammiert.“ Auch für sie ist der Pflegeheim-Neubau keine schlüssige Begründung, „weil wir eine Ausnahmesituation haben“, wie sie betont.

Keine Probleme gibt es in der etwas entfernt liegenden AHS, bestätigen Elternverein und Direktion. Sogar gemeinsame Projekte könne man sich vorstellen, sagt Direktor Hartwin Eichberger.

SPZ-Direktorin Wais versucht zu beruhigen: „Wir bekommen neue Nachbarn und werden das Beste aus der Situation machen.“