Erstellt am 31. März 2016, 03:54

von Markus Glück

Deutschkurse laufen an. Freiwillige unterstützen Integration mit Unterricht. Einfacher Einstufungstest, um Asylwerber einzuteilen. Für Kinder startet diese Woche die Schule.

 |  NOEN, Symbolbild

Seit Mitte März sind im ehemaligen Bezirksgericht 153 Flüchtlinge untergebracht. Um den Personen eine rasche Integration zu ermöglichen, organisiert der Volksbildungsverein (VBV) Stockerau wieder Deutschkurse.

Für die privat einquartierten Asylwerber läuft der Deutschunterricht bereits seit Oktober, nun ist der Unterricht auch im ehemaligen Bezirksgericht im Aufbau. In beiden Fällen sind ausgebildete Fachkräfte und Helfer am Werk.

Insgesamt sind es fast 30 Männer und Frauen, die dreimal pro Woche ihre Freizeit opfern, um den Asylwerbern unsere Sprache zu vermitteln und so die Integration zu beschleunigen. Der Aufbau des Unterrichts gestaltete sich im Bezirksgericht aber weitaus schwieriger als in der Kreativ-Mittelschule. So musste etwa erst eine Infrastruktur geschaffen werden.

Großes Interesse an den Deutschkursen

Mangelte es anfangs an geeigneten Räumlichkeiten und Einrichtungsgegenständen, ist man mittlerweile dank zahlreicher Eigeninitiativen auf einem sehr guten Weg. Da die Unterschiede im Bildungsniveau eklatant sind, gestaltet sich aber auch der Unterricht schwierig.

Mit einem einfachen Einstufungstest versuchte die pädagogische Leiterin Rosa Bankmann, die Kurse entsprechend dem Niveau zusammenzustellen. „Es ist erfreulich, wie sich Asylwerber in kleinen Räumlichkeiten dicht gedrängt zum Deutschunterricht versammeln“, so Kronberger.

Im Einschulungsprozess befindet sich auch das Team von SLC Europe, welches eine 24-Stunden-Betreuung bietet, wie Heimleiterin Bianca Bedliwy erzählt: „Für die schulpflichtigen Kinder startet in dieser Woche der Unterricht in der Volks- und Neuen Mittelschule.“

Bedliwys Dank gilt auch den zahlreichen Freiwilligen, die das Bezirksgericht bereits fleißig mit Spenden versorgt haben. Zuversichtlich ist die Heimleiterin auch, dass bald ein geregelter Tagesablauf stattfinden kann. „Dann können die vielen Angebote bezüglich Freizeitprogrammen genutzt werden“, so Bedliwy.


Was wird benötigt?

Folgendes wird derzeit im Bezirksgericht benötigt: Wasserkocher, Verstauungsboxen, Fahrräder und Helme, Teppiche, haltbare Lebensmittel (Reis, Bohnen, Nudeln, Kichererbsen, Mehl, Öl), Schreibutensilieren für Schüler und Deutschkurse, Mal- und Bastelutensilien, Rucksäcke.

Die Spenden können beim Roten Kreuz in der Landstraße 20 oder den SPÖ-Frauen in der Bahnhofstraße abgegeben werden.