Erstellt am 23. Januar 2016, 05:48

von Veronika Löwenstein und Markus Glück

Ein spannendes Rennen. Die NÖN befragte die Bezirksobleute und Vertreter aller Parteien über ihre Meinung zu den Kandidaten für die Wahl zum Staatsoberhaupt.

NOEN, zVg
Am Freitag gab mit der SPÖ die vorerst letzte Bundespartei ihren Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl am 24. April bekannt. Mit der Wahl des derzeitigen Sozialministers Rudolf Hundstorfer als Spitzenkandidat ist SP-Bezirksobmann und Stockeraus Bürgermeister Helmut Laab zufrieden: „Er bringt alle Voraussetzungen mit, die für dieses Amt nötig sind. Wir werden uns voll auf unseren Kandidaten konzentrieren.“ Überrascht ist Laab, dass als Gegner von Hundstorfer nicht Landeshauptmann Erwin Pröll in den Ring steigt: „Ich habe mit seinem Antreten gerechnet, ich glaube, auch in der ÖVP wurden viele von der Absage überrascht.“

Soziale Medien werden eine Rolle spielen

Einer davon ist VP-Bezirksparteiobmann LAbg. Hermann Haller, der auch von eine Kandidatur Prölls ausgegangen war. Aber auch Verfassungsrechtler Andreas Khol ist für ihn ein guter Kandidat, „weil er sich der Werte Europas und Österreichs bewusst ist.“ Haller befürchtet nur, dass die regierungsfeindliche Stimmung auch auf die Bundespräsidentenwahl überschwappt. „Es wird auch auf den Wahlkampf in den sozialen Medien ankommen“, betont er.

Nicht ganz warm mit den Kandidaten wird FP-Bezirksobmann Robert Koppensteiner: „Am ehesten ist noch Irmgard Griss eine Alternative.“ Ob er gewollt hätte, dass FP-Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache in den Ring steigt? „Mir ist lieber, wir gestalten in der Bundesregierung mit, als dass wir aus der Hofburg winken“, so Koppensteiner.

Froh über die Absage von Landeshauptmann Pröll zeigt sich Grüne-Bezirkssprecherin Elisabeth Kerschbaum. „Ein Bundespräsident soll repräsentieren und nicht Macht ausüben“, begründet sie. Dass Alexander Van der Bellen als unabhängiger Kandidat ins Rennen geht, verteidigt sie: „Es ist ja klar, dass er für eine Partei und eine Richtung steht.“ Sie räumt ihm durchaus gute Chancen ein.

NEOS-Gemeinderat Martin Fischer lässt Sympathien für Griss und den ehemaligen Grünen-Bundesparteiobmann Van der Bellen durchblicken. „Die beiden Großparteien haben jeweils einen Notnagel ins Rennen geschickt“, urteilt er, der auch Kritik an Van der Bellen äußert: „Er sollte seine Ablehnung gegenüber der FPÖ überdenken, sonst hebelt er die Demokratie aus.“