Erstellt am 07. Februar 2016, 10:55

von Markus Glück

Eklat bei Stockerauer Eisdisco – Flüchtlinge des Platzes verwiesen. Bei der letzten Stockerauer Eisdisco in der aktuellen Wintersaison kam es gestern, Samstag, zu einem Zwischenfall mit Flüchtlingen aus dem Georg Danzer Haus in Stockerau.

 |  NOEN, Christian Sturm

Laut Landespolizeidirektion Niederösterreich wurden von der anwesenden Security sechs Polizisten der Polizeiinspektion Stockerau zur Hilfe gerufen. FP-Bürgermeister-Stellvertreter Erwin Kube, der bei der Eisdisco vor Ort war, spricht von mehreren Vorfällen: „Die Jugendlichen haben ,Hinfallen gespielt‘ und dabei versucht Mädchen zu begrapschen.“  Dahingegen spricht die Leiterin des Georg Danzer Hauses, Marianne Engelmann, davon, dass Mitarbeiter der Security einen Jugendlichen aufgefordert hätten, nicht zu rauchen. „Auf seine Nachfrage ,Was habe ich getan?‘ und einer Zusammenrottung der anderen Jugendlichen hat die Security die Polizei angerufen,“ so Engelmann in einer ersten Stellungnahme. Die Flüchtlingsbetreuerin stellt klar, dass es in „keinster Weise zu sexuellen Übergriffen“ gekommen ist.

Nachgefragt bei der Polizei erklärt ein Beamter gegenüber der NÖN:  „Mädchen wurden mit anzüglichen Bemerkungen von den Flüchtlingen angesprochen, diese haben sich dadurch belästigt gefühlt. Einige haben den Frauen auch nachgepfiffen.“

Vor Ort haben die Polizisten den Sachverhalt mit den Flüchtlingen, einem Betreuer des Georg Danzer Hauses und der Security erörtert. „Die Gruppe war zwar in Begleitung eines Betreuers, es besteht aber keine Aufsichtspflicht“, stellt die Polizei klar. „Es ist nicht wirklich etwas passiert“, meint auch der Verantwortliche der Eisdisco, Günter Lehner, „die Situation hat sich aufgeschaukelt.“

„Der Vorfall hat keine strafrechtliche Relevanz“

Vonseiten der Exekutive wurden die Jugendlichen aufgefordert die Eisdisco zu verlassen. „Die Situation war rasch geklärt“, informiert Kube, „bisher hat es keine Probleme mit den Jugendlichen gegeben. Auch im Stockerauer Hallenbad ist bisher alles gesittet abgelaufen.“ Den Platzverweis für alle Flüchtlinge sieht Engelmann als überzogenes Vorgehen der Stockerauer Polizei: „Man hat die Jugendlichen wie Schwerverbrecher behandelt. Zudem wurden auch andere Jugendliche mit Migrationshintergrund rausgeworfen.“ 

Bis Sonntagvormittag hat es laut Aussagen der Polizei keine Anzeigen wegen sexueller Belästigung gegeben. „Der Vorfall hat keine strafrechtliche Relevanz“, berichtet ein Polizeibeamter.

Weitere Details zum Vorfall und die Reaktionen der Stadt erfahren Sie in der nächsten Korneuburger NÖN (Erscheinung: 10. Februar).