Erstellt am 23. Oktober 2015, 05:02

von Josef Christelli

Kinderferienheim Ianua Vitae als Anlage für die Zukunft. Das Kinderferienheim Ianua Vitae wurde von der Marktgemeinde Ernstbrunn erworben und soll für soziale, kulturelle oder gemeinnützige Projekte genutzt werden.

Das Ferienheim Ianua Vitae bleibt im Besitz von Ernstbrunn. Die Schwestern Nikodema und Adele mit dem guten Geist im Heim Lucie Ostojic sind sicher auch glücklich, dass Bürgermeister Horst Gangl den Kauf geschafft hat.  |  NOEN, Christelli

Die traurige Nachricht: Das ehemalige Kinderferienheim Ianua Vitae, wo früher viele Kinder schöne Stunden mit den Geistlichen Schwestern Nikodema und Adele verbracht haben, ist verkauft.

Die erfreuliche Meldung: Das Areal bleibt im Besitz von Ernstbrunn. Die Marktgemeinde Ernstbrunn hat das ganze Anwesen gekauft und wird es für soziale Zwecke nutzen.

„Klaren Auftrag für die Zukunft unserer Familien,
auch wenn der Weg zum Ziel immer wieder mit
großen Steinen ausgelegt sein wird.“
Bürgermeister Hort Gangl

Bei der Gemeinderatssitzung hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, die Liegenschaft am westlichen Ende der Bründlallee anzukaufen. VP-Bürgermeister Horst Gangl hat in einem acht Monate langen Verhandlungsmarathon mit dem Vertreter der Grundeigentümer „Kongregation der Dienerinnen des heiligsten Herzens Jesu“, die das Ferienheim als solches im Vorjahr aufgelassen haben, den dicken Fisch an Land gezogen. Gangl hat gut verhandelt:

Die gesamte Liegenschaft mit insgesamt 6.339 Quadratmetern, davon sind 2.695 m2 als Bauwohngebiet und 3.644 m2 als „Grünlandforst“ gewidmet, hat „nur“ 200.000 Euro gekostet. Dazu kommen noch die üblichen Gebühren beim Grunderwerb, dafür sind aber alle Anschlussgebühren künftig nicht mehr zu bezahlen:

„Wir konnten das endlich für die zukünftige Errichtung einer modernen und zeitgemäßen Bildungseinrichtung zur vorschulischen Erziehung ankaufen“, so Gemeindechef Gangl zur NÖN. „Der Ankauf der Liegenschaft erfolgt zweckgebunden für die zukünftige Nutzung des Vertragsobjekts für soziale, kulturelle oder gemeinnützige Projekte beziehungsweise Bildungs- und Freizeiteinrichtungen“, wurde in das Gemeinderatsprotokoll aufgenommen.

Ferienheim könnte zu Kindergarten werden

Derzeit wird gemunkelt, dass das Ferienheim ein Flüchtlingsquartier werden könnte. Gangl aber weiß, dass er das Areal künftig für einen Kindergarten brauchen wird, weil am derzeitige Standort kein Platz mehr ist und eine Gruppe bereits in der Volksschule untergebracht wurde. Aber die Adaptierungsarbeiten werden noch andauern, noch gibt es keine konkreten Pläne.

Die Gemeindefraktionen standen zum Kauf, die Einstimmigkeit im Gemeinderat hat dies bestätigt: „Ich sehe dieses notwendige Projekt als klaren Auftrag für die Zukunft unserer Familien, auch wenn der Weg zum Ziel immer wieder mit großen Steinen ausgelegt sein wird“, so Gangl über seinen Verhandlungserfolg. Schon im kommenden Winter könnte mit den notwendigen Arbeiten begonnen werden.

Die FPÖ sieht den Kauf als notwendig: „Wir haben das von Anfang an nicht nur befürwortet, sondern dringend empfohlen. Der Ankauf war unter der Bedingung, dass jedenfalls das Grundstück für gemeinnützige Zwecke genutzt werden muss, zu einem sehr vernünftigen Preis möglich“, so Narrenhofer, der eine Nutzung als Seniorenwohnheim mit betreutem Wohnen favorisiert.