Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:42

von Markus Glück

Facebook-Eklat: Flüchtlinge mit Parasiten verglichen. FP-Politikerin sorgt mit Facebook-Posting für Aufregung. FP-Parteichef Wolfgang Mayer nimmt seine Parteikollegin im Schutz.

 |  NOEN, pixelio

Mehr als 1.100 Persenen verfolgen regelmäßig den Facebook-Auftritt der Stockerauer FPÖ. Mit den Worten „ob dieses Pflanzen von Mutti Merkel wird sich bald sehr großer Unmut unter den „Gästen“ breit machen: Zu viele Parasiten töten nämlich den Wirt! Da muss man kein Studierter sein, um zu wissen, dass jedes weitere Maul, das gefüttert werden will, die eigene Portion am fremden Kuchen kleiner werden lässt [...],“ sorgte FP-Fraktionsführerin Sabina Kracher für einen Eklat. Erboste Bürger meldeten sich umgehend in der NÖN-Redaktion. „Das muss Konsequenzen geben“, forderte ein Stockerauer auf Facebook.

Für FP-Chef ist der Vergleich nicht so schlimm

Für FP-Chef Wolfgang Mayer ist der Vergleich von Parasiten mit Flüchtlingen nicht so schlimm: „Jeder kann seine Meinung äußern. Wenn man sich die aktuelle Situation anschaut, ist die Aussage für mich in Ordnung.“

Nachgefragt bei Kracher ist diese bemüht, ihre Aussagen ins richtige Licht zu rücken: „Leider ist mein Schreibtalent nicht ausgereift und daher wurde diese Posting von vielen missverstanden. Ich möchte mich dafür entschuldigen.“ Sie habe einen Vergleich aus der Natur heranziehen wollen: „Mit dem Wirten meinte ich das gesamte zwischenmenschliche System und als Parasit die Menschen ganz allgemein.“

„Mit Wirten meinte ich das gesamte zwischenmenschliche System und als Parasit die Menschen ganz allgemein.“ Sabina Kracher, FPÖ

Die FP-Fraktionsführerin betont im NÖN-Gespräch, dass ihre Äußerungen nicht mit billigen Beleidigungen gegenüber Flüchtlingen zu tun haben. „Wir befinden uns derzeit in einer Geiselhaft der Emotionen“, so Kracher, „es ist mir aber unverständlich, wie man so gewissenlos diese Entwicklung, die einfach zu schnell und überrumpelnd kommt, wissentlich zulässt.“