Erstellt am 02. März 2016, 05:04

von Veronika Löwenstein

Fahnen statt Nudelholz. 2016 hat der ÖKB im Bezirk als das "Jahr der Frau" ausgerufen, um Frauen für den ÖKB zu begeistern. Für Kopfschütteln sorgt aber das Frauenbild in dem Folder.

Schon jetzt sind viele Frauen im ÖKB tätig, wie Reinhard Graf betont. Im Bild: Maria Arnauer, die an der Grenze zwischen Slowenien und Italien einen Kranz niedergelegt hat, auch im Gedenken an ihren Großvater, der in diesem Gebiet gefallen ist.  |  NOEN, privat

Der Österreichische Kameradschaftsbund (ÖKB) im Bezirk will das Image der reinen Männerdomäne abstreifen. Um Frauen anzuwerben, wurde 2016 als das „Jahr der Frau“ ausgerufen. Um auf den Schwerpunkt aufmerksam zu machen, hat der ÖKB einen Folder verfasst. Das Frauenbild, das vermittelt wird, stößt aber auf Kopfschütteln.

"Manche Passagen nicht glücklich formuliert"

Ob sich die moderne Frau davon angesprochen fühlt, dass sie mit der Fahne genauso gut umgehen kann wie mit dem Nudelholz, wollte die NÖN von ÖKB-Bezirksobmann Reinhard Graf wissen. „Die moderne Frau wird sich vermutlich nicht so für unseren Verein interessieren“, ist sich Graf im Klaren, „wir wollen Damen und Herren ansprechen, die sich für Geschichte interessieren und etwas für Tradition übrig haben.“ Er gibt aber zu, dass manche Passagen „nicht glücklich“ formuliert sind.

Rund 1.000 Mitglieder hat der ÖKB im Bezirk, nur rund 15 Prozent davon sind weiblich. „Dabei tun jetzt schon viele Frauen mit“, betont Graf. Künftig wolle man sie aber ermutigen, auch auf Funktionärsebene tätig zu werden. Einen ersten Erfolg mit den Bemühungen kann Graf schon verzeichnen: Von den acht Neuzugängen, die der ÖKB alleine heuer verzeichnen konnte, sind fünf Frauen. Besonders hebt der Obmann dabei Waltraud Land hervor, die die Führung des ÖKB in Ernstbrunn übernommen hat. Sie rettete damit den Traditionsverein, der nach dem Obmann-Rückzug vor dem Aus stand.

Loswerden will Graf auch das Vereinsimage der „Ewiggestrigen“. „Wir betreiben Kleindenkmalpflege, betreuen aber genauso ein Kinderdorf. Wir tun einfach Gutes“, unterstreicht er.


Zitate aus der ÖKB-Broschüre „JAHR DER FRAU“

„Lange Zeit waren die Frauen im ÖKB untergeordnet, aber es ist nirgendwo aufzuhalten, dass die Frauen in unserer Gesellschaft immer stärker nach vorne kommen.“

„Das deutliche Auftreten von Frauen in dieser ihnen früher nur begrenzt zugänglichen Welt zeugt von der Bandbreite der sie betreffenden Themen und macht deutlich, wie weit sie es gebracht haben.“

„Jetzt sehen wir Frauen, die ihre Schärpe genauso selbstverständlich tragen wie ihre Einkaufstaschen, die mit der Fahne ebenso gut umgehen wie mit dem Nudelholz oder die bei einem Verbandstreffen ebenso leicht für Ordnung sorgen, wie sie ein schreiendes Kind beruhigen.“

„Wenn Frauen mehr sein sollen als gehorsame Unterstützer, dann müssen wir alle sehen, dass die Gelegenheit zur Mitgliedschaft überall dort gegeben ist, wo Frauen sich leidenschaftlich für ihr eigenes und das Leben anderer einsetzen.“

„ Tatsache ist, dass Frauen angefangen haben zu sehen, dass ihre Gemeinschaft eine globale ist und nicht auf ihre vier Wände ihrer vertrauten Umgebung beschränkt bleiben kann.“