Erstellt am 30. Dezember 2015, 02:38

von Michaela Höberth

Feuerwehr-Duo geht: „Man muss sich auf Füße stellen“. Als Kommando-Team konnten Anton Minnich und Michael Scherb in den letzten Jahren viel bewegen. Zu den Wahlen am 7. Jänner werden sie jedoch nicht mehr antreten.

Werden mit 7. Jänner ihre Posten abgeben: Feuerwehr-Kommandant Anton Minnich (l.) und sein erster Stellvertreter Michael Scherb. Foto: Höberth  |  NOEN, Michaela Höberth
Der Wahlvorschlag für die Feuerwehrwahlen am 7. Jänner steht zwar noch aus, eines ist aber schon fix: Sowohl Kommandant Anton Minnich als auch sein erster Stellvertreter Michael Scherb werden als Leiter nicht mehr zur Wahl stehen.

„Es ist ein guter Zeitpunkt, um zu gehen“

„Ich bin nun 36 Jahre bei der Feuerwehr. Es ist ein guter Zeitpunkt, um zu gehen“, glaubt Minnich, der mit der Alpakazucht eine neue Leidenschaft gefunden hat. Seit 2003 ist er der Kopf der Mannschaft, seit 2013 Abschnittskommandant. Vieles konnte unter seiner Leitung erreicht werden, finanziell ist man abgesichert.

Scherb ist mit Dezember seit 20 Jahren in der Wehr und seit 2011 erster Stellvertreter. Er will sich in Zukunft vermehrt seiner Familie widmen. Die Feuerwehr in Leobendorf zählt derzeit 76 aktive Mitglieder, 94 mit der Feuerwehrjugend und den Reservisten. „Es heißt unter Feuerwehrleuten nicht umsonst: Kleine Wehr, kleine Probleme, große Wehr, große Probleme“, will er nichts schönreden.

Für aktive Mitglieder wird es immer schwerer, ihre Tätigkeiten mit dem Berufsleben zu verbinden. Viele Mitglieder der Wehr pendeln für ihren Job nach Wien und können so unter Tags nicht ausrücken. Hinzu kommt, dass die Mitgliedschaft bei der Feuerwehr eine umfangreiche Ausbildung erfordert.

„Behördenwege brauchen viel Zeit. Man darf
aber nicht vergessen, dass wir unsere Position
nur ehrenamtlich ausüben.“
Michael Scherb

Eine große Rolle spielen auch die Finanzen; das Kommando muss das Budget genau durchkalkulieren. Wenn mehr gebraucht wird – und das ist meistens der Fall –, muss man kreativ werden.

„Wir haben bei den Firmen um Unterstützung angesucht. Dabei sind enge Partnerschaften entstanden“, gibt Scherb Einblicke. Mühsame Behördenwege bleiben dennoch nicht erspart. „Das wird nicht einfacher, braucht aber viel Zeit. Man darf nicht vergessen, dass wir unsere Position nur ehrenamtlich ausüben“, gibt Scherb zu denken.

Höchste Priorität hatte für die beiden Leiter jedoch stets die Sicherheit ihrer Leute: „Man hat Verantwortung für Menschenleben“, ist sich Scherb bewusst. Darum nahm sich Minnich in brenzligen Situationen auch kein Blatt vor den Mund: „Man muss sich für die Leute auf die Füße stellen, auch wenn es der Politik nicht gefällt.“

Wahrscheinlichster Anwärter auf die Kommandantur ist Christoph Schauer, der derzeit zweiter Stellvertreter ist. „Es ist aber noch nichts fix“, will Minnich nicht vorweggreifen. Trotz Rückzug steht man weiterhin mit Rat und Tat zur Seite.