Erstellt am 10. Dezember 2015, 05:33

von Markus Glück

Fix: 70 Mitarbeiter bei Isover ohne Job. Statt der angenommenen 90 Stellen müssen „nur“ 70 Arbeitsplätze am Stockerauer Standort abgebaut werden.

Mit Ende des Jahres wird der Produktionsstandort von Saint Gobain Isover in Stockerau stillgelegt.  |  NOEN, zVg

Nach der Stilllegung der Produktion bei Isover kam es Ende November zu einer Explosion am Stockerauer Standort. Eine Woche nach dem Unglück laufen weiterhin die Ermittlungen über die Ursache der Explosion. „Zum derzeitigen Zeitpunkt können wir auch über die Schadenssumme keine Auskunft geben“, beteuert Isover-Pressesprecherin Heidemarie Dodes.

Weichen für die Zukunft werden gestellt

Während die Ermittlungen noch laufen, werden die Weichen für die Zukunft des Standorts gestellt. Wie von der NÖN exklusiv berichtet, gab der Traditionsbetrieb im April die Stilllegung der Produktion bekannt. Die Schuld an der Entwicklung gibt Isover den Überkapazitäten auf dem europäischen Dämmstoffmarkt. Nachdem die Fertigung bis Ende des Jahres endgültig stillgelegt werden wird, entsteht stattdessen eine Logistikdrehscheibe für Dämmstoffe. „Das ist eine deutliche Ausweitung unseres Angebots und verschafft uns eine einzigartige Marktposition“, so Dodes gegenüber der NÖN.

Der Sitz in der Lenaustadt ist laut Isover Saint Gobain damit auch für ganz Europa relevant, da Produkte aus zahlreichen Schwesterwerken bezogen werden. Beim Verkauf will man sich vermehrt auf Österreich konzentrieren, wo Dodes ein breites Verkaufsfeld sieht: „Durch die angekündigte Wohnbauinitiative, die gewerblichen Bauten und eine hoffentlich bald steigende Sanierungsrate werden wir genug zu tun haben.“

„Für die betroffenen Mitarbeiter haben wir gemeinsam mit unserem Betriebsrat einen Sozialplan ausgearbeitet.“ Heidemarie Dodes, Isover

Durch die Veränderungen und den Umbau zu einer Vertriebs- und Logistikdrehscheibe fühlt man sich im Unternehmen gut für die nächsten Jahre vorbereitet.

Einen Kahlschlag gab es jedoch bei den Mitarbeitern: Ging man ursprünglich davon aus, dass 90 der insgesamt 150 Mitarbeiter ihren Job verlieren, mussten nun „nur“ 70 Stellen abgebaut werden. „Für sie haben wir gemeinsam mit dem Betriebsrat einen umfassenden Sozialplan ausgearbeitet, der sie in den kommenden Monaten wesentlich unterstützt“, informiert Dodes.