Erstellt am 29. Oktober 2015, 05:42

von Veronika Löwenstein

Flüchtlingshilfe mit Startschwierigkeiten. In die ehemalige SDV-Schule musste die Polizei ausrücken, der Randalierer wurde verlegt. Einzug in Container verzögert sich.

Fuchs-Moser: »Es herrscht eine gute Atmosphäre.«  |  NOEN, zVg

Eigentlich war der Einzug der 60 Flüchtlinge in das Container-Dorf beim Sozialpädagogischen Zentrum für letzte Woche geplant. Doch die Ankunft verzögert sich. Mit der Debatte um den Standort mit kaum Freiflächen und in unmittelbarer Nähe der Schule hätte das nichts zu tun, betont Christian Kogler von der Betreuerfirma SLC-Europe.

„Es liegt an uns“

Kogler nimmt die Schuld für die Verzögerung auf die Kappe seiner Firma. „Es liegt an uns“, stellt er unmissverständlich klar, „wir haben derzeit sehr, sehr viele Quartiere, die gleichzeitig bezogen werden. Wir kommen mit dem Einrichten nicht nach.“ In den nächsten Tagen soll es aber so weit sein, versichert er. Erwartet werden Familien mit Kindern, keine unbegleiteten Jugendlichen. „Das war ja ein Kritikpunkt“, betont Kogler.

Immerhin wohnen schon rund 100 unbegleitete Minderjährige in der ehemaligen SDV-Schule. Ein Teil davon besucht eine eigene Klasse in der Musik-Mittelschule. Letzte Woche statteten Gemeindevertreter der von ORS betreuten Einrichtung einen Besuch ab. „Ich habe den Eindruck, dass alles gut läuft“, schildert VP-Vizebürgermeisterin Helene Fuchs-Moser, die auch für Integration zuständig ist. Ausschließlich junge Männer im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sind hier untergebracht.

Nachholbedarf in Sachen Hygiene

Fuchs-Moser macht aber auch aus den Anfangsschwierigkeiten kein Hehl und bestätigt die Gerüchte eines Polizeieinsatzes: „Es hat eine Person gegeben, die gestört hat, die ist jetzt verlegt worden.“ Auch in Sachen Hy-giene hätten die jungen Männer Nachholbedarf, was sich auch am örtlichen Geruch gezeigt hätte. „Sie müssen erst lernen, dass sie regelmäßig duschen können“, führt die Vizebürgermeisterin vor Augen.

Die Jugendlichen, denen die Korneuburger Brot und Salz als Willkommensgruß mitgebracht hatten, waren gerade mit Reinigungsarbeiten beschäftigt und seien sehr freundlich gewesen. „Sie haben uns auf Deutsch gegrüßt. Alles hat sehr harmonisch gewirkt, es herrscht dort eine gute Atmosphäre.“