Erstellt am 20. April 2016, 05:04

von Markus Glück

Flüchtlingskinder dürfen nicht im Freien spielen. Nur zwei Stunden an Wochentagen dürfen sich Flüchtlingskinder im Innenhof des alten Bezirksgerichts austoben.

Freiwillige bringen den Garten beim alten Bezirksgericht in Schuss und stellen Flüchtlingskindern auch eine Sandkiste zur Verfügung.  |  NOEN, shutter-stock.com/Ami Parikh

Es klingt kurios, ist im alten Bezirksgericht aber Tatsache: Nachdem sich Nachbarn darüber beschwert haben, dass Flüchtlingskinder im ehemaligen Gefängnisinnenhof Fußball spielten und zu viel Lärm machen, dürfen diese nun nur mehr zu gewissen Zeiten toben.

Aufgrund einer Regelung zwischen der Betreuungsfirma der rund 150 Flüchtlinge, der Firma SLC Europe, und den Anrainern dürfen die Kleinsten unter der Woche nur von 14 bis 16 Uhr und am Wochenende gar nicht in den Hof.

„Die Asylwerber sollen selbst garteln können,
die Kinder erhalten die Chance, sich in der
Wiese auszutoben.“
Bianca Bedliwy, SLC Europe

„Bianca Bedliwy, Heimleiterin im alten Bezirksgericht, ist mit der Lösung nicht glücklich: „Laut Gesetz dürfen die Kinder länger draußen bleiben. Wird die Zwei-Stunden-Vereinbarung aber nicht eingehalten, wird von einem Nachbar sofort die Polizei alarmiert. Wir wollen aber auch nicht, dass wegen eines solchen Vorfalls ständig die Polizei ausrücken muss.“

Um eine Lösung zu finden, wurde gemeinsam mit zahlreichen Freiwilligen nun ein Projekt gestartet, welches den Garten beim Bezirksgericht attraktivieren soll.

Mehr zum Thema in der Korneuburger NÖN.