Erstellt am 01. April 2016, 07:24

von Manfred Mikysek

Flüchtlingsquartier: Gemeinde will wählen. Die Auswahl der beiden Flüchtlingsfamilien will Bürgermeister Michael Oberschil nicht dem Zufall überlassen.

Die Räumlichkeiten in der ehemaligen Arztpraxis sind für zwei Flüchtlingsfamilien adaptiert. Noch gibt es keinen Termin, wann die neuen Bewohner eintreffen. Foto: Mikysek  |  NOEN, Mikysek
Das geplante Quartier für zwei Familien und insgesamt zehn Personen im Zentrum der Marktgemeinde ist laut Auskunft von VP-Ortschef Michael Oberschil seit geraumer Zeit bezugsfertig. Was noch fehlt, sind die neuen Bewohner.

Spenden von Bürgern wie Möbel oder Hausrat werden gerne noch angenommen. Auch der Kontakt zum Roten Kreuz, wo notwendige Hilfsgüter gelagert sind, besteht. Doch will die Gemeinde die Unterbringung bedarfsorientiert organisieren.

Als Quartiergeber ist die Gemeinde für den Ablauf alleinverantwortlich. Das ist anders als an vielen Quartierstandorten, bei denen der Bund die Hauptverantwortung trägt.

„Die Stimmung ist teilweise gedämpft“

Aus der Hand geben möchte die Gemeindeleitung aber ohnehin nichts: Oberschil will über die Auswahl der Familien mitentscheiden und ist in Gesprächen mit der Diakonie, die die Flüchtlinge verteilt – nicht zuletzt deshalb, weil durch die Berichterstattung über verschiedene Konflikte von Asylwerbern mit der Bevölkerung in Österreich und Deutschland „die Stimmung für die Flüchtlingshilfe in Teilen der Gemeinde gedämpft ist“, wie Oberschil es vorsichtig ausdrückte.

Andererseits sieht er auch einen Bedarf an Unterstützung durch professionelle Hilfsorganisationen bei der Betreuung der Flüchtlingsfamilien, zumindest temporär. Man darf also gespannt sein, wie der Spagat aus Entscheidung in der Gemeinde und Unterstützung von außen gelingt.