Erstellt am 01. Juni 2016, 04:05

von Markus Glück

FP-Mayer: "Wir haben nicht recherchiert". Behauptung, dass straffälligerAsylwerber auf freiem Fuß ist, wird von Staatsanwaltschaft dementiert.

FP-Parteichef Wolfgang Mayer gibt den Fehler in der Parteizeitung sofort zu: "Wir haben nicht weiter recherchiert."  |  NOEN, Sturm

Falsche Informationen in der Stockerauer FP-Parteizeitung verärgerten vergangene Woche mehrere Stockerauer, die sich in diesem Zusammenhang an die NÖN-Redaktion wandten. „Die FPÖ betreibt mit ihren Äußerungen pure Hetze in unserer Stadt“, ärgert sich ein Stockerauer, der anonym bleiben möchte.

Grund für den Zorn ist die Behauptung von FPÖ-Parteichef Wolfgang Mayer auf Seite 10 der Parteizeitung unter dem Titel „Notwendige Maßnahmen aus Sicht der FPÖ“, dass „kriminelle Migranten, welche bei der Messerstecherei (Anm.: im Haus Ibrahim) dabei waren“ nur auf freiem Fuß angezeigt wurden. Untermalt wird die Aussage von Mayer mit dem Satz: „Stockerau will keine kriminellen Migranten beherbergen.“

Zur Vorgeschichte: Mitte April kam es im Haus Ibrahim zu einem Zwischenfall zwischen zwei Bewohnern, worauf einer der beiden Asylwerber mit einem Messer auf den anderen einstach. Bereits damals berichtete die NÖN, dass der Täter nach dem Vorfall umgehend in die Justizanstalt Korneuburg eingeliefert wurde.

FP-Parteichef Mayer gibt Fehler zu

Nachgefragt bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg bestätigt Staatsanwalt Friedrich Köhl, dass der Täter nach wie vor in der Justizanstalt Korneuburg untergebracht ist. „Der Täter befindet sich nach wie vor in Untersuchungshaft und wartet derzeit auf die Hauptverhandlung“, so Köhl.

Konfrontiert mit den Fakten gibt sich Mayer zerknirscht: „Wir haben es anders angenommen. Es war mein Fehler, da wir nicht weiter recherchiert haben.“

Kritisiert wird von einigen aber auch, dass sich auf dem Titelfoto, laut deren Ansicht, ein brennendes Asyl-Gebäude befindet. Dem widerspricht Mayer auf das Entschiedenste: „Es handelt sich um das alte Bezirksgericht um Mitternacht. Im Vordergrund ist dabei eine Lampe zu sehen.“

Warum man die Aufnahme ausgewählt hat, kann der blaue Parteichef erklären: „Wir wollten zeigen, dass im Bezirksgericht bis spät in die Nacht Licht brennt und die Fenster offen sind.“
 

Kommentar von Markus Glück