Erstellt am 11. November 2015, 05:32

von Markus Glück

FPÖ: Sabina Kracher wirft das Handtuch. FP-Fraktionsführerin, aber auch FP-Gemeinderat Markus Glasl erklären Rückzug. Wer den beiden nachfolgt, ist noch ungewiss.

Sabina Kracher-Schramm  |  NOEN, Markus Glück

Nach ihrem Vergleich von Flüchtlingen mit Parasiten zog FP-Fraktionsführerin Sabina Kracher jetzt die Konsequenzen: „Ich habe meinen Rücktritt an den Stadtpartei-Obmann weitergereicht. Ich heiße nicht Vassilakou und stehe zu meinem Wort.“ Kracher betont gegenüber der NÖN einmal mehr, dass sie nicht „rechtsradikal“ sei. „Ich habe die Vorgehensweise der Grünen in diesem Fall überzogen gefunden“, schiebt Kracher den Grünen die anonyme Sachverhaltsdarstellung bei der Staatsanwaltschaft in die Schuhe.

Eine Anschuldigung, die Grünen-Chef Andreas Straka zurückweist: „Die Aussage finde ich weit hergeholt.“ Zudem finde er es nicht in Ordnung, jetzt einen Sündenbock zu suchen. „Als Politiker habe ich eine Vorbildwirkung“, so Straka.

Für die Stockerauer FPÖ ist der Rückzug von Kracher aber nicht der einzige Aderlass. Mit Ende Dezember muss die FPÖ auch FP-Gemeinderat Markus Glasl ersetzen, er wird ebenfalls sein Mandat zurücklegen: „Ich werde nach Ernstbrunn ziehen und kann daher nicht mehr im Gemeinderat tätig sein.“

Personaldecke bei FPÖ wird dünner

Ob es die FPÖ nun tatsächlich zerbröseln wird, wie einige Oppositionspolitiker gegenüber der NÖN vermuten, wird die Zeit zeigen. Spannend bleibt jedenfalls die Frage, wer für Glasl und Kracher nachrücken wird. Zwar stehen noch einige Kandidaten auf der Liste, viele sollen dem Vernehmen nach für die Aufgabe aber nicht bereit sein. Von einer dünnen Personaldecke will FP-Bürgermeister-Stellvertreter Erwin Kube aber nichts wissen: „Wir haben schon Ersatz gesucht. Ein Kandidat ist bereits relativ fix.“

Nachdem auch FP-Parteichef Wolfgang Mayer von seinem Rücktritt aus dem Gemeinderat wieder zurückgetreten ist, wurde zuletzt auch der Name von Alt-Stadtrat Gerald Moll ins Spiel gebracht. „Das ist ausgeschlossen“, so Kube, der nun auch das Fraktionsführer-Amt von Kracher erben soll.

Für viele ein weiteres Zeichen für eine dünne Personaldecke, erbte Kube nach dem Krammer-Rücktritt doch bereits einen Stadtrat sowie den Bürgermeister-Stellvertreter-Posten.